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Eine kurze Einführung in die Quantenphysik

10. Februar 2012

Leute, so siehts doch aus!

Quantenmechanik – No, erklärt sich beispielsweise im Fußball. Bruno Labbadia, Trainer des VFB Stuttgart: „Wir müssen die Räume verdichten – aber wir müssen natürlich auch in den Räumen agieren!“ Tja, beides zugleich ist nun mal schwierig. Schrödingers Katze mauzt ratlos. Halb ist man ja schon tot. Was sich im Raum verdichtet, zieht sich in der Zeit. Nicht gewonnen und trotzdem im Finale. Gott zeigt beim Würfeln demonstrativ auf die Uhr. Keine Verlängerung! Es bleibt bei der vorläufigen Katastrophe – das Leben gewinnt wieder keinen Pokal, bleibt aber Champion der Herzen.

 Zustandsüberlagerung. Ich mache mich allmählich bereit, wegen unausgesetztem Krakeel, Krach und kretineskem Krautrock, meinen Nachbarn mit meinem Samurai-Schwert zu tranchieren und nach Strich und Faden zuschanden zu machen. Zentimeterhoch mag das Blut im Hausflur schwappen! Ich rase bereits im Amok-Modus, – während ich indes andererseits kopfhörerbewehrt und musikalisch sediert im Morgenmantel still am Keyboard sitze und versuche, Immanuel Kants Kategorischen Imperativ als Entspannungschoral zu vertonen. Aber, wehe, jetzt öffnet einer die Kiste – noch immer 50% Wahrscheinlichkeit, dass ein Killer herausspringt!

 Kollaps der Wellenfunktion (Kohärenz-Problem). – Gespräch am Brückenplatz: „Ey, hassema ne Kippe?“ – „Nee, sorry, du, ich rauch nich.“ – „Okay, dann hasse ja bestimmt ma Feuer.“ – „Ich sag doch: Ich-Rauche-Nicht!“ – „Ja eben, deswegen, eins von beiden, oder? Kann ich gezz vlleich ma Feuer?“

 Unschärfe der Ortsparameter. Mann, am Handy, beim Bäcker: „Schatziii? Schatzi, ich steh grad beim Brot hier…“ – Unverständliches („Brrpsst-Brrripst!“) aus dem Handy (Schatzi?)Mann (brüllt ins Handy): „Nee, sachich doch, ich bin bei’n BÄCKER!!!“– Passanten-Kunde, sich genervt einmischend: „Ey, Typ, vor allem bist du aber hier nich zuhause, okay?“ – Schatzi, aus dem Handy: „Watt sacht DER grad?“ – Mann, ins Handy: „Dattich hier nich zuhause bin…“ – Schatzi: „Unn, wo bisse denn denn? Nich zuhause?“ – Mann: „Nee, sach ich doch, noch unterwegs!“ – Schatzi: „Ach, ich dacht, du biss bei’n Bäcker?“

 Spin-Korrespondenz (String-Theorie). Sehr schwierige Sache. Sagen wir so: Um in Gang zu kommen, braucht mein Kreativitätszentrum Wein. Trink ich ihn aber, schaltet es sich sofort aus. Schluss mit lustig. Und umgekehrt! Wo der Hase Kausalität hinhechelt, ist der Igel Wirkung längst da … gewesen. Aber eben deshalb auch schon wieder weg, muss ja am Ende vom Wettrennen den Startschuss geben. Klar, dass der Hase da tot ist. Das heißt, na ja, vielleicht (siehe unter: Zustandsüberlagerung)…

 Beobachtungsabhängigkeit. Wie viele Übergewichtige meide ich Waagen, denn, wenn ich mich wiege, deprimiert mich das Ergebnis ohne Maßen, und wenn ich deprimiert bin, muss ich viel Kuchen essen, weswegen ich, um mein Gewicht zu halten, Waagen tunlichst ja wohl besser meide. The measure is the message! Für mich ist eines der wichtigsten Resultate der Quantenmechanik, dass man manches lieber nicht wissen wollen sollte, damit es wenigstens einigermaßen so bleibt, wie es mutmaßlich wohl ist. Vielleicht ja sogar sein soll. Der Taoismus sagt übrigens ganz Ähnliches.

 Viele-Welten-Theorie. Erklärt einiges, zum Beispiel das beharrliche Gefühl, sich definitiv „im falschen Film“ zu befinden. Hierbei handelt es sich nicht eigentlich, wie von Laien oft vermeint, um eine Halluzination, sondern vielmehr um das nur besonders sensiblen Menschen zugängliche Empfinden, dass IRGENDWAS NICHT STIMMT. Und wenn EINES stimmt, dann ja wohl dies! Ansonsten besagt die Theorie u. a., dass, was möglich ist, zwar nicht auch vernünftig, indessen aber zumindest durchaus wirklich ist. Wer glaubt, bizarre Träume zu haben, hat in Wahrheit nur entferntere Universen besichtigt. Dass man trotzdem morgens normal Kaffee kochen kann, ohne dass einem die Kausalität um die Ohren fliegt, scheint mir ein gutes Omen dafür zu sein, sich mit der Quantenmechanik endlich mal auszusöhnen.

 Mathematische Formeln. Ein Grund für Probleme mit der Quantenmechanik: Man ist einfach nicht gut in Formeln. Ich scheitere schon an der Schrödinger-Gleichung, die ja nun puppig-einfach ist! Versuche ich, eine mathematische Formel zu entschlüsseln, schlafe ich unweigerlich noch vor der ersten Klammer ein. Narkoleptisch-mathematischer Sekundenschlaf. Rein intelligenzmäßig hätte ich Atomforscher werden können, aber in der Praxis scheitere ich an meiner Formel-Legasthenie. Oder Dyskalkulie. Die Welt wird mir dieses Defizit einst noch zu danken wissen.