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Shoot Out in SIN CITY: Duisburgs Ruf wieder aufpoliert!

11. Oktober 2009
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Bandidos unterwegs

Wer Duisburg nicht kennt, kennt es wahrscheinlich aus den „Schimanski“-Tatort-Machwerken der Achtziger und Neunziger: Verrostete Mega-Montanstadt, leicht verlottert und verwahrlost, mit ruhrpottherzigen Eingeborenen, versoffenen Proll-Komissaren (Paraderolle von Götz George) und ab und zu mal ’nem Deko-Türken. Beilage: Gemütliche Holländer mit süßem Akzent. Schöne Tage in Clichée. Na ja. Das Schlimme, las ich kürzlich in einem Reiseführer über Polen, von einem Polen geschrieben, sei, daß die meisten Vorurteile AUCH stimmen! Aber eben andererseits auch wieder gerade nicht.

Zu meinen ganz unmittelbaren Nachbarn gehören, ich habe ihnen einen Text bei Qype und auf meinem Blog gewidmet, die Motorrad-Rocker vom hiesigen „Chapter“ der „Bandidos“. Je nach Blickwinkel eine super-freundliche (und, bitte nicht übel nehmen, ja? –  etwas … spießige) Orstvereinigung motorradsportbegeisterter, hoch-bodygebuildeter Früh-Senioren – oder aber, wenn man der Presse glauben darf, eine der organisierten Kriminalität zugewandte schlimm-fingrige Konkurrenz-Mafia zu den berüchtigten, noch unsympathischeren „Hell’s Angels“. Hmm. Da ich selbst nur ein Fahrrad-Biker bin, an den Versammlungen „meiner“ Bandidos immer nur vorbeifahre (auf dem Weg zu einer in ihren Augen wahrscheinlich extrem uncoolen Arbeit) und an Gewaltkriminalität ein eher theoretisch kriminologisches Interesse habe, traute ich bislang mich nicht, die auf meinen skeptisch-ironischen Text hin eintrudelnde rau-herzliche Einladung eines gewissen „Mike“ einzugehen, der mir zusicherte, ich dürfte THE FAT MEXICAN, das hiesige, in der Hood unübersehbare Vereinslokal der „Bandidos“, ruhig mal aufsuchen, aufn Kaffe, und müßte dabei keine Angst um meine teuren Kronen hegen.

 Jetzt trau ich mich aber schon wieder nicht, weil es direkt vorm Fat Mexican am Freitag eine tödliche Schießerei gab. (Wenn ich wo wohne, gibt’s anscheinend irgendwann immer irgendwo in der Nähe eine tödliche Schießerei. Beim großen Mafia-Massaker vor drei Jahren wohnte ich auch um die Ecke!) Jedenfalls hat ein arbeitsloser, turkstämmiger Freefighter namens Timur A. den neuen Freund seiner Ex erschossen, auf offner Straße. Das Opfer war Bandido „Ashley“, Anfang dreissig. Schon wenig später sickerte durch, der Mörder stehe mit den „Hell’s Angels“, den Erzrivalen der „Bandidos“ in Verbindung. Au weia. Bzw. ach du Scheiße! Jetzt gibs wohl wieder Krieg. Die Bullen haben schon eine ambulante Wache vor Vereinslokal aufgebaut. High Noon in SIN CITY! Und ich muß mir mit meinem Fahrrad wohl einen anderen Weg zur Arbeit suchen.

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