Posted tagged ‘Serienkiller’

Bin ich „Der Kannibale von Hochfeld“? (Schlechte Bücher)

18. September 2011

Dass zu viel schlechte Lektüre ins Verderben führt, ist heute selbst bei Extrem-Alarmisten ein nur noch selten gehörter Warnruf. Längst stehen Killer-Spiele, Ego-Shooter und überhaupt dieses ganze Internetz aus Porno und Gewalt im Fokus des Verdachtes. Doch vielleicht zu unrecht! Lesen kann noch immer Schäden verursachen! Der Beweis in Bild und Schrift: Es kam so. Heute war so ein mies-kühler Herbsttag, diverser Lebensunbill hatte mich klamm ums Herz werden lassen und ich hatte so Fröstel-Blues, und da dachte ich: Legst Du mal Kant und Hegel beiseite und gönnst dir, schön muggelich im Hausmantel in den Sessel gekuschelt, Kanne Kaffee dabei, einen richtig schönen Serienkiller-Kannibalen-Splatter-Roman. „Blut und Knochen“ von Stuart MacBride schien mir das genau Richtige für einen besinnlichen Sonntag: Jede Menge Sadismus, kannibalischer Horror und Blut bis über die Kachelgrenze – danach würde es mir vielleicht besser gehen.

Während ich mich der blutigen Lektüre hingab, machte ich nebenher immer mal wieder Notizen auf meiner To-Do-Liste für später, wenn ich die Gattin zu Szegediner Gulasch und Münsteraner „Tatort“ besuchen würde. Spät abends heimgekehrt fiel mein Blick auf die liegengebliebene Liste –  und mir gefror das Blut in den Adern. Da stand tatsächlich: „Nicht vergessen: Einmalhandschuhe – Tupperdosen – Reinigung! – Versicherung prüfen!“ Purer Zufall, ich schwör! Und ich kann alles erklären!

Aber nur mal angenommen, gerade wäre per tragischem Zufall meine Nachbarin zerstückelt aufgefunden worden und man entdeckte nun bei einer Hausdurchsuchung diesen Zettel bei mir! Würfe dies nicht ein verdammt schiefes Licht auf mich? Zwar würde die Gattin bestätigen können, die Tupperdosen seien für frischen Apfelkuchen bestimmt gewesen und die Handschuhe ihr schon lange zum Putzen versprochen worden, ferner hätte ich geäußert, die Kosten meiner Krankenversicherung fräßen mich auf und ich müsste mal die Tarife klären und außerdem mein Sakko in die Reinigung bringen  – aber reichte das zur Entlastung? Bloß gut, dass nicht auch noch „Kettensäge“, „Schaufel“ und „Parkanlagen googeln!“ auf meinem Zettel standen – ich hätte mir ja selbst nicht mehr über den Weg getraut!

Paranoia schärft den Blick: Bloß nichts Schriftliches hinterlassen! Geriete ich in den Blick der „in alle Richtungen ermittelnden“ Kripo, würde man bestimmt auch die Reste unseres Gulasch in die forensische Pathologie bringen und dort hochnotpeinlich überprüfen. Und? Man fände Bröckchen von einer blöden Kuh und einem fiesen Schwein! In Chili-Sauerkraut! Iigitt! Ich seh mich schon in der BILD-Zeitung, einen nur äußerst knapp bemessenen schwarzen Balken vor den Schamteilen meines Gesichts, darunter die Schlagzeile: „IST DAS DER KANNIBALE VON HOCHFELD?“ – Würde ich danach jemals wieder Vorlesungen über Kants Kategorischen Imperativ halten können? Iwo! Ich könnte nicht mal öffentlich „Königsberger Klopse“ sagen, ohne dass man mich mit schauderndem Misstrauen scheeläugig examinierte! Vor meinem Haus rottete sich der Mob zusammen und reckte Schilder in die Luft, auf den stünde: „Raus die Sau!“, „Unsere Kinder sind vor Kannibalen nicht sicher!“ und „Keine Gnade für Fleischesser!“

Den Rest meines Lebens müsste ich in einer Höhle im Stadtwald zubringen, getarnt mit einem Klebebart und einer künstlichen Glatze! So gefährlich sind niveaulose Lektüren und fahrlässige To-Do-Listen. Also, Nachbarn: Bedenkt, was ihr tut!

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Warum immer Sonnenbrillen? Der Phänotyp des Bösen

11. Mai 2011

Warum tragen Diktatoren immer Sonnenbrillen? – Kim Yong Il bei der Weinprobe

Woran erkennt man einen Serienkiller? Laut Aussagen der fassungslosen Nachbarn zumeist daran, dass er überhaupt nicht wie einer aussah. Einen guten Bankräuber erkennt man indes daran, dass man sich an sein Aussehen par tout nicht erinnern kann. Woher weiß man aber, dass man einem Diktator gegenübersteht? Das ist einfach. Diktatoren tragen immer Sonnenbrillen. Warum tun sie das? Sei es, dass sie nicht erkannt werden möchten, wenn sie ihr zusammengeklautes Geld von Schweizer Nummernkonten abheben, sei es, weil sie das Elend des eigenen Volkes nicht mit ungeschützten Augen mit ansehen können. Manche Diktatoren kombinieren die Sonnenbrille mit dem Hemd einer Beduinen-Tunte; andere tragen nachtblaue Mafioso-Anzüge von Brioni und maskieren sich mit brutalen Allerweltsfressen, denen man lieber nicht im Dunklen begegnen möchte. Dr. Hannibal „the cannibal“ Lecter trug das Gesicht von Sir Anthony Hopkins, was furchteinflößend genug war. Wieder andere Tyrannen verstecken sich hinter arabischen Namen, die sich kein Sau merken kann.

Früher war alles einfacher. Adolf Hitler war eine Marke, schon wegen der scheußlichen Frisur, dem absurden Bärtchen und den durchfall-farbenen Uniformen. Stalin erkannte jedes Kind an seinem tabakgelben Georgier-Schnauz und den verschlagenen Trinker-Augen; Massenmörder Maos Vollmondgesicht wurde durch die berühmte Pickel-Warze kenntlich. Gegenbeispiel: Pol Pot. Wer mag da am Computer ein Fahndungsfoto erstellen? Der könnte sich theoretisch, wenn er nicht tot wäre (ist er doch, oder?), vom deutschen Geheimdienstnetzwerk beschützt, ein Haus an der Elbchaussee kaufen und keiner würde ihn erkennen. Noch raffinierter: Die KZ-Schnalle und Mädchen-Schinderin Heidi Klum: Ihre umoperierte Allerweltsnase und das Quietsche-Entchen-Organ machen sie unbeschreiblich. Kurzum: Das Böse hat viele Gesichter.

Nur wenige kennt man aus dem ff bzw. TV: Jörg Kachelmann, Guido Westerwelle, Frank Elsner, Stefan Raab, Karl Moik, Gaddafi oder Phillip Rösner, der sich allerdings unter einer albern grinsenden Asiaten-Maske verbirgt. Wie es scheint, hat die ehrwürdige Wissenschaft der Physiognomik auf ganzer Linie versagt. Das Anerbieten, aus angewachsenen Ohrläppchen oder Hakennasen Substantielles über den Charakter eines Menschen zu schließen, wird nur noch selten gemacht. Inzwischen regieren wieder Geschmack und Sympathie. Es liegt mir fern, einen Gefallenen noch zu schubsen, aber ich habe nie verstanden, warum Karl Theodor zu Guttenberg bis vor ein paar Wochen (so ändert sich die Optik!) in den Medien immer einhellig als gut, ja „blendend“ aussehend bezeichnet wurde. Also von da, wo ich gucke, hatte er immer schon eine ausgesprochen brutale Hackfresse. Jetzt freilich sieht er immer vergrätzter, mauliger, frisch geohrfeigter und wie von Mutti beim Onanieren erwischt aus.

Gleichviel, auf welche sexuelle Orientierung ich mich gerade kaprizierte, ihn hätte ich auf jeden Fall immer „von der Bettkante geschubst“. Sagt man so noch? Von der Bettkante geschubst? – Wirklich gut aussehend, also das war für mich Osama bin Laden! Woran man mein physiognomisches Unvermögen erkenen kann. Und wenn ich mir meine eigene Nase anschaue, die ich auch gern in meine eigene PhotoBooth-Kamera hänge – na, die Hand würd ich für mich auch nicht gerade ins Feuer legen…

Kraska, Halb-Diktator

Porträt eines Stadtindianers („Alors on danse…“)

10. Juli 2010

Alter-Mann-tanzt, denn so hieß er, war nicht immer ein Killer gewesen. Zum Killer wird man nicht geboren, das erfordert eine éducation sentimentale, das braucht einen Bildungsroman mit schroffen, kolportagehaften Windungen und Wendungen,  mit extra viel Scheitern, noch mal ordentlich scheitern, dann schon besserem Scheitern, hat also mit Format zu tun, mit Stehvermögen, moralischer Beweglichkeit und raschem, zupackendem Geist. Wer auf dem Zenit seines Lebens zum Killer avanciert, wird ein Wolf, ein Heroe, ein Charismatiker, vor allem, wer mit Stil tötet, mit ästhetischer Raffinesse und viel Sinn für das Ungewöhnliche, Grausame und Bestialische, das uns in seiner bittersüßen Musikalität ganz melancholisch macht, wenn der Soundtrack stimmt. (Am besten von Ennio Morricone!)

Ein stilvoller Serienmörder besitzt, wie schon Thomas de Quincey in seiner erleuchteten Studie „Der Mord, als schöne Kunst betrachtet“, zeigte,  jenes Je-ne-sais-quois, die fast schon zärtliche Originalität, Präsenz und Präzision, die seine Ausstrahlung so bezaubernd und unwiderstehlich macht. Das eisige Herz eines Jägers! Wenn Alter-Mann-tanzt die Szene betritt, halten die Frauen die Luft an und am Tresen rückt man respektvoll zur Seite: Ihn umweht eine Aura aus Einsamkeit, Verlorenheit plus eine Spur unsägliches Geheimnis, von früher, aus der Vergangenheit noch. Alter-Mann-tanzt hat, als er noch anders hieß, Unaussprechliches gesehen oder sogar getan, niemand weiß Genaueres. Aber wer verstohlen sein Halbprofil betrachtet, die aus Stein gemeißelten Züge, das wie aus kaltem Schmalz gespachtelte Doppelkinn, den unerbittlichen Basiliskenblick aus schmalen Trinkeraugen, der weiß Bescheid und denkt sich seinen Teil. Hier steht ein Matador, ein Töter, einer, dem einst das „¡Viva la muerte!“ betrunkener Apachen im Ohr gellte und das schauerliche Blöken blutgieriger Kampfstiere im Staub der Arenen.

Wenn man seinen Mut zusammen nimmt und zu fragen wagt, wie viel er denn schon so … na, ja, gekillt hätte, verwandelt sich das Gesicht des herzlosen Jägers in eine Maske verstockten, ja bockigen Schweigens. Es verhält sich nämlich so, dass Alter-Mann-tanzt jetzt in facto, de jure und in flagranti im Grunde noch gar niemandem das Leben nahm. Das lässt sich aber erklären! Das ist nicht lustig! Alter-Mann-tanzt hat eine Hemmung: Er tötet grundsätzlich keine Frauen – entweder sind sie ihm „zu niedlich“ oder „zu süß“, wie er unmerklich errötend zwischen den schmalen Lippen hervorpresst, oder er schreckt vor den grässlichen hysterischen Schreien zurück, welche Frauen vor ihrem bevorstehenden Ermordetwerden legitimerweise auszustoßen pflegen. Somit fallen freilich schon mal fuffzich Prozent der Menschen, wie Alter-Mann-tanzt murmelt, als Opfer flach.

Der Rest wären dann, nach Adam Riese, praktisch Männer. Männer zu töten wäre im Grunde kein Problem, oft sogar nur zu berechtigt und vom Publikum sogar mit freundlichem Beifall bedacht. Ich könnte Namen nennen! Andererseits macht, wer Männer tötet, unvermeidlicherweise Frauen weinen. Witwen, weibliche Waisen, verwaiste Mütter, Schwestern, Töchter, Cousinen, Liebhaberinnen, Konkubinen und Kebsweiber  etc. weinen heiße Tränen um einen, der es vielleicht gar nicht verdient hat, aber das weibliche Herz hat bekanntlich seine Gründe, die über den Verstand gehen.

Alter-Mann-tanzt haßt es aber, wenn Frauen weinen. Er findet das abstoßend. Seine künstlerische Sensivität wird durch Weibertränen unerträglich affiziert. Es geht also einfach nicht! Alter-Mann-tanzt, von dem es heißt, er sei der einzige namentlich bekannte Schriftsteller der 70er Jahre, der seine Karriere mit einer 25-jährigen Schreibblockade begann, wurde zum Killer mit Tötungshemmung. Alter-Mann-tanzt scheut als Ästhet das Hässliche und Gemeine brutaler Gewalt, das Blutgesudel, das Eingeweide-Geschmadder, die Stirnhirnspritzer am Schrank, kurz, die ganze forensische Sauerei, die hinterher ja auch einer wegmachen muß!

Zum Glück gibt es das phantasievolle Geistesverbrechen: Alter-Mann-tanzt tötet in Gedanken, und da aber dann ohne Gnade, scheinbar wahllos: Prominente, Fernseh-Nasen, Politikoffkys, Krämerseelen, Taxi-Fahrer, Eckensteher, Nervensägen, Plumpmadams im Service-Bereich, Männer mit rosa Hemden und eingeschweißten Plastiknamensschildern am Bund der knitterfreien Bundfaltenhose, mediale Schwachköpfe, Buchmarktschreier, Gangster-Rapper, Schwulenfunktionäre, Banker, Wichtigtuer, infame Imame, konvertierte Kopftuch-Tussen, Schläger, Jungkriminelle, Zuhälter, Cabrio-Fahrer mit Deko-Blondinen, Dealer, Augenbrauenzupfer, Stalker, Schwätzer, aufdringliche Bescheidwisser, humorlose Langeweiler – Alter-Mann-tanzt macht keine Unterschiede und keine Gefangenen, sein Skalpell arbeitet schnell, seine Kettensäge fetzt, seine Pumpgun pumpt (Blei oder bleifrei), seine Kordel drosselt ohne Erbarmen.

Man muß sich den alten Stadtindianer als einen bösen, aber durchaus glücklichen Menschen vorstellen. Das Töten tut gut und sorgt für einen ausgeglichenen Seelenhaushalt. Oder, wie er selbst, sich das Blut von den Händen wischend, mit grimmigem Lächeln zwischen Zähnen, einen zeitgenössischen Hit zitierend, zugibt: Alors on danse…“

Albtraumfrau: Tod durch Wattestäbchen

27. März 2009
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Sie war wohl dann doch nicht der Panther: Halle Berry als Catwoman

A HARDBOILED PULP FICTION:

IMMANUEL KANTS ERKENTNISTHEORETISCHE PROGNOSE

Diese Geschichte ist hart gesotten, gnadenlos brutal und bleibt immer schön in der verschwiegenen Grauzone zwischen Gut und Böse, wie die Stories des Idols aller Kriminalliteraten, Raymond Chandler, der gestern seinen 50. Todestag feierte („Der lange Abschied“…) und dem die folgenden Zeilen gewidmet („Here’s to you, kid“) sind: 

Eine Frau wie ein schwarzer Panther! Halle Berry könnte sie spielen, oder, früher mal, Lauren Bacall, die erotischste Kettenraucherin in der Geschichte des Schwarz-Weiß-Kinos („Film noir„): die Teufelsbraut, den Satansbraten, die Schwarze Witwe, den Tod in Prada – Lautlos schlug sie zu, hart und unberechenbar.  Eine Serienkillerin der A-Klasse, ungeheuer in ihrem Blutdurst, irgendwie sexy in ihrer Gewaltbereitschaft, aber nicht die Spur arrogant oder elitär: Auch für die Niederungen der Kleinkriminalität war sie sich nicht zu schade. Wenn es terminlich paßte, erledigte sie auch kleinere Brüche in Schrebergartenhäuschen, stahl den alten Schulcomputer aus dem Lehrerzimmer und stand wahrscheinlich auch für Mundraub, Zechprellerei und Fahrradklau zur Verfügung. Warum denn nicht? Obwohl sie an 41 Tatorten ihre persönliche Spur hinterließ, blieb sie seit fünfzehn Jahren ungreifbar. Die Behörden tappten im Dunkel, stocherten im Nebel, fischten im Trüben: Mrs. Cool Killer blieb ein Phantom ohne Gesicht, ohne Namen, ohne Figur und body mass index. Das heißt, einen Namen hatte sie schon: UWP. Das aber hieß lediglich: Unbekannte weibliche Person, und faßte damit das polizeiliche Ermittlungsdebakel ganz gut zusammen. 

Was für eine Lady! Ihre Skrupellosigkeit, ihre Intelligenz, ihre legendäre Fähigkeit, an mehreren Orten gleichzeitig zu sein! Eine junge Frau ging – sprunghaft, spontan, sportlich und selbstbewußt sinnlich – ihren blutigen Weg und eroberte ganz nebenbei eine der letzten patriarchalischen Männerdomänen, die Schwerst- und Gewaltkriminalität. In schwülheißen, unruhig verschwitzten Sommernächten  träumte so mancher Mann, der in der Küche einen „Lebe wild und gefährlich, Arthur!“-Aufkleber an der Kühlschranktür hatte, davon, irgendwann einmal von dieser Frau entführt zu werden und, nach erfolgreich absolviertem Stockholm-Syndrom, mit ihr durchzubrennen und irgendwo zwischen Bad Ischl und den Bahamas als Prinzgemahl einer Unterweltkönigin ein neues, dezidiert unbürgerliches Leben zu beginnen! Hätte ich nicht bereits eine skrupellose Gattin, die sich aufs Pferdestehlen problemlos verstünde, wüßten wir bloß wohin mit den Gäulen, ich wäre eventuell auch schwach geworden. An der Seite einer skrupellosen Verbrecherin wäre man wenigstens immer „die bessere Hälfte“, und auf Parties könnte man sagen: „Kennen Sie eigentlich meine dunkle Seite, meine nächtliche Untiefe, meinen Geist, der stets verneint? Nein? Hier kommt er ja schon, darf ich vorstellen, meine Lebensgefährtin Ulrike Willamovitz-Paulsen!“„Hallo…“, wird sie dann mit der rauchigen Erotik-Stimme Lauren Bacalls hauchen, „…sagen Sie UWP zu mir…“

Seit gestern nun ist dieser Star feuchter Albträume Vergangenheit. Geplatzt wie eine in schwülheißen Sommernächten überbeanspruchte Gummi-Puppe von Beate Uhse („Echthaar, drei Öffnungen, realistischer Gesichtsausdruck“, Model „Sabrina“, „Cloe-Chantal“ und, gegen Aufpreis, die rothaarige Luxusausführung aus gefühlsidentischem Samt-Vinyl „Vanessa di Vagina“…)!  Die Meisterverbrecherin, die so gern einen über den Blutdurst trank und ihren Blutrausch dann ohne Erlaubnis des Vereinsvorsitzenden oder seines Stellvertreters in vereinseigenen Schrebergartenkolonien (Kein Zutritt für Nichtmitglieder!) ausschlief, hatte es nie gegeben! 

Gegeben hatte es lediglich eine Mitarbeiterin der Firma, die nicht-sterile (!) Wattestäbchen an die Kripo lieferte – die gute Frau hatte über Jahre die Dinger immer wieder mit ihren eigenen Körperzellen kontaminiert, sodaß die Ermittler überall, wo sie nach DNA stocherten, selbige auch bekamen – und zwar immer die gleiche!

Es bestätigt sich abermals die Prognose Immanuel Kants, daß die Gelehrten im Gebüsch keine Wahrheiten entdeckten, es sei denn solche, die sie selbst zuvor darunter deponiert hätten.