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Entgleister off-mainstream-Text

14. Februar 2013
In-AEgypten-entgleister-Zug

Entgleistes Denken findet immer mehr Freunde (Foto: afp)

Leute, kennt ihr den? „Wie nennt man eine Blondine, die sich die Haare färbt?“ Na? Wie? Haha, genau! Hahaha, haah! Hach! Zum Schlapplachen lustig, oder? Oder? – Nein. Leider nicht. Oder nur insofern, als ultraflache Matt&Plattscherze natürlich unfreiwillig etwas über denjenigen preisgeben, der sie zum Besten gibt. Kürzlich vermutete jemand in einem Kommentar, ich gehöre ja wohl zu den „intellektuell Entgleisten“, worüber ich nicht nur schmunzeln musste, weil mir dieser Verdacht – wie auch derjenige, einen Sprung in der Schüssel zu haben und schon als Kind nicht ganz richtig im Kopf gewesen zu sein – auch schon lange selber gekommen ist, sondern noch mehr deswegen, weil der anonyme Schmähkritiker mit  seiner vermeintlichen Injurie freimütig, wenn auch  wahrscheinlich unwillentlich offenbarte, er für seinen bescheidenen Teil zöge das Denken auf Schienen bzw. in eingefahrenen Gleisen vor – als seien Berechenbarkeit, Redundanz und Fahrplanmäßigkeit herausragende geistige Fähigkeiten. Aber vielleicht glaubt er das ja tatsächlich.

Zum Glauben übrigens – ich prunke hier mit einer off-mainstream-Meinung – gehört eine gewisse Grundintelligenz. Die knappe Mehrheit der Deutschen, die sich für Atheisten halten, haben sich nicht etwa mühevoll durch die prallbunte, zauberhafte und hirnbetörende Welt der Glaubensüberzeugungen hindurch gearbeitet, sie sind nur schlicht zu doof für Religion.  Sie begreifen weder Funktion noch Geschichte oder gar Wesen des Religiösen und auf dieses ahnungsfreie Banausentum sind sie mächtig stolz. Sie glauben sich auf der sicheren Seite, wenn sie zum hunderttausendsten Mal auf der bahnbrechenden Einsicht herumreiten, „dass es Gott gar nicht gibt“. Ach was! Was ihr nicht sagt! Als wenn die Frage der Existenz irgendeine Rolle spielte. Millionen von Lotto-Spielern haben nie im Leben eine Begegnung mit den ominösen, ja numinosen sog. „sechs Richtigen“, warten wie auf den Messias vergeblich auf das Erscheinen der getippten heiligen „Zusatzzahl“ und opfern wöchentlich immense Summen einem offenbaren Hirngespinst, – und sie glauben dennoch fest daran, dass unverdientes Geld auf sie wartet und sie irgendwann total glücklich machen wird. Punkte ich bei denen etwa, wenn ich als naseweiser Aufklärer versichere, dass es „Lotto gar nicht gibt“? Lotto und Gott „gibt“ es genau so lange, wie genügend Menschen daran glauben, so einfach ist das. Gleiches gilt für Einhörner, die einmalige große Liebe und Rentenversicherungen.

Dank der hervoragenden Arbeit des CTV (Centro Televisione Vaticano) habe ich gestern die Abschiedsvorstellung des scheidenden Papstes angesehen, die große Aschermittwochsmesse im Petersdom, und ich war wieder mal ergriffen, zum Teil fast zu Tränen gerührt. Den Einwand, ich hätte sogar damals bei „E.T.“ geweint, wische ich als nichtig beseite! Vielleicht darf man nicht katholisch sein, um, wie ich, einer solchen machtvollen Demonstration kulturellen Gedächtnisses sowohl ästhetischen wie spirituellen Ereigniswert beizumessen.

Ich hör gewiss schon das Gezeter der Neunmalklugen: Was die für komische Sachen anhaben! Und diese Hüte! Und allet auf Latein! Und der joldene Prunk! Da könnt’ma doch Kindergarten für bauen! – Ja und? Was denn? Was wollt ihr damit etwa sagen – dass die Kirche nicht modern ist? Echt? Modern war die Kirche im 5. Jahrhundert. Wäre sie es danach noch gewesen, gäbe es sie heute nicht mehr. Die Kirche ist die größte und ehrfurchtgebietendste Maschine zur Überwindung der Zeit. Von der Taz bis zur Titantic mault die Meute der Geistlosen, Kirche samt Papa sanctissimo seien „aus der Zeit gefallen“. Eben, ihr Schnellmerker, eben! – das ist nämlich denen ihr Trumpf und konkurrenzloses Alleinstellungsmerkmal, das spirituelle Pfund, mit dem sie wuchern! Möge ihr Wuchern Früchte tragen an Gemüt, Gesittung und schönem Schein! Die antikirchlichen Nörgler indes gleichen schlaumeiernden Schildbürgern, die da sagen: „Also in der Renaissance möchte ich nicht gelebt haben – die hatten ja total unmoderne Klamotten damals!“ – Ich hingegen gähne, genieße, schweige und weine.

Schön und begrüßenswert ist ja, dass man heute nicht mehr gezwungen wird, katholisch zu sein. Wer dies aber aus freien Stücken dennoch möchte, dem gönne ich von Herzen seine fromme Verzückung angesichts des Stellvertreters Christi und dem ganzen liturgischen Zinnober! Die sich darüber beömmeln, sollen sich mal selber im Spiegel angucken, wenn sie sich Samstagnacht gar nicht mehr einkriegen, weil oben auf der Bühne vier Musikanten einer mittelberühmten Tanzkapelle auf Elektrogeräten herumschrammeln – die Ekstase ist zwar exakt die gleiche, aber oha! – modern…

Übrigens, aus der Zeit gefallen ist inzwischen auch der junge vorlaute Dichter Arthur Rimbaud, der vor mehr als hundert Jahren krähte, es sei nötig, „absolut modern“ zu sein. Ja? Im Ernst?  Also wenn ich mir die danach folgende Moderne ansehe, finde ich das ja eher nicht. Und was die Ästhetik angeht: Ich bin in einem vom Protestantismus verheerten Landstrich aufgewachsen, in dem man Kirchen aus altem Graubrot baute und eminent verhärmte, knorzig-häßliche, freudlose Bronzeengel von Ernst Barlach anbetete. Ich weiß also, was Sinnenhunger ist. Protestantismus: die unvorstellbare Herrlichkeit Gottes durch Tiefgaragen aus Beton erfahrbar machen zu wollen – das nenne ich bizarr!

Nun aber, weil gleich schon wieder Schluss ist, endlich zum Thema: – Papstwitze! Aber dazu ist ja wohl alles gesagt.

Zurücktreten bitte! Eine deutsche Obsession

12. Februar 2013
herrgott_bg

Hat es satt: Gott will nicht mehr.

Tipp für Einbürgerungskandidaten: Wer wissen will, wie wir ticken und was die Deutschen wirklich scharf macht und anfackelt – es sind Rücktritte. Wir sind besessen davon. Schon am S-Bahngleis schallt es alle zwei Minuten: „Zurücktreten bitte!“  Rücktritte werden gefordert, durchgesetzt, triumphierend beklatscht, dann bekakelt, beklügelt, lange belabert und schließlich im Jahresrückblick abgefrühstückt. Wen trifft es nächste Woche? Wir brauchen den Rücktrittskick in immer kürzeren Abständen. Um zu erklären, woher diese Obsession kommt, müssen wir weit in die Geschichte zurückgehen, nicht gerade bis Adam und Uwe, aber noch hinter Goethe, hinter Luther und sogar noch ein Stück weiter, zurück ins frühbarocke Neokritikum. Deutschland gab es noch nicht, nur ein 16000-Teile-Puzzle aus mikroskopisch kleinen Kaiserpfalzen, Königreichen, Herzog-, Fürsten- und Erzbistümern, die von absolutistischen Herrschern nach Strich und Faden geknechtet wurden.

Manche Reiche waren so klein, dass die Sonne in ihnen nicht unterging, weil gegen Abend war sie ja schon gut fünf, sechs Reiche weiter. Wenn die Könige und Herzöge auf den Turm ihres Schlosses kletterten, konnten sie die Landesgrenzen beobachten und überprüfen, was die Nachbarn im Schilde führten, oder dem eigenen Volk ins offene Maul schauen, bis in den leeren Magen hinein, denn das Volk legte gern den Kopf in den Nacken und gaffte zum Herrscher empor. Niemand verlangte das von ihm, aber so waren sie, die Protodeutschen des hierarchaischen Frühbarock. Ihr König, ein gebürtiger Königsberger namens Ehrenfried Obrigkeit, der sich als Herrscher Obrig der Große nennen ließ, galt zwar als engherzig, bucklig und kleinwüchsig, aber von unten aus sah man das nicht so, denn man war allgemein kurzsichtig und obrigkeitshörig, also stierten alle dienernd nach oben, bis sie steife Stiernacken bekamen. Da wurden sie es aber irgendwann leid, immer nur Maulaffen feilzuhalten und riefen zu Obrigkeit hinauf: „Obrig! Wir hungern und darben! Wirf Brot und Kuchen herunter!“ – „… und noch Bier und gebraten Krammetsvögel!“, schrie ein besonders Kecker.

König Obrig zuckte die Schultern. Was war denn das nun wieder? Ein Königreich ist doch keine Suppenküche! Wenn diese Geschichte als Musical verfilmt wird, wäre es jetzt Zeit für eine Arie oder einen Song. „Friß Ananas, Bürger, und Haselhuhn“, könnte der König beispielsweise singen, „musst bald deinen letzten Seuzer tun!“ Aber das ist von Majakowski, der damals noch nicht lebte, wäre also ein Anachronismus gewesen, warum der König nur herunterpampte: „Nichts gibt’s, Kanaillen!“ Das wollte das aufgeputschte, ja ausgesprochen putschlustige Volk nun nicht auf sich sitzen lassen, ein Murren und Scharren entstand, ein Grummeln und Räuspern, dann ein richtiger Rumor und eine komplette Emeute und schließlich rief der Dreisteste, der vorhin Wildbret verlangt hatte, lauthals das schlimme Wort: „Rücktritt! Nieder mit Obrigkeit! Er soll zurücktreten!“ Das Ende ahnt man. Obrig der Große, eh nicht der schlaueste Keks im Karton, tat aus Mangel an Chuzpe und Schlagfertigkeit, wie ihm geheißen und trat einen Schritt zurück, purzelte von der Schlossmauer und rollte holterdipolter und hastunichgesehn rüber ins Nachbarland, wo er demissionierte und irgendwas bei der Post anfing, glaub ich.

Das Volk jubelte zunächst verhalten, verstummte aber bald, denn die Erwartung, nach dem Rücktritt werde es nun unverzüglich Brot und Kuchen vom Schlossturm hageln, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil, nun hatten sie einen leeren Magen und noch dazu keine Obrigkeit mehr, zu der sie den lieben langen Tag aufschauen konnten. Etwas anderes hatten sie aber nicht gelernt, keinen Abschluss, nicht mal Praktikum oder was. Kurz darauf jubelte man erneut – Obrigkeit Junior hatte den Thron bestiegen… – So trug es sich zu, dass der Deutsche bis heute zwei Seelen in seiner Brust trägt, bzw. in seiner einen Seele einen Zwiespalt: Er hat Sehnsucht nach Obrigkeit, hasst sich aber dafür und ruft kompensationshalber, sobald er einen Herren oder eine Eiserne Lady installiert hat, umgehend nach Guillotine, Erschießungspeloton oder, wenigstens: „Rücktritt!

Dies ist eine wahre Geschichte, true history, wie von Guido Knopp gehäkelt; bloß ein Traum hingegen war es, den ich letzte Nacht hatte, wo Gott nämlich kurzfristig eine Pressekonferenz in Paderborn angesetzt hatte und dort erklärte, wenn sein Stellvertreter ginge, wolle er auch nicht mehr; er sei ebenfalls und „ja wohl schon viel länger“ alt und schwach, und, wenn ich es richtig verstanden habe, die Schöpfung sei ohnehin „am Arsch“ und die Menschheit ein „unverbesserlicher Scheißhaufen“.  – Da er es in geschliffenem Latein formulierte, klang es etwas konzilianter. Auf die Frage nach seinem Nachfolger reagierte Gott ungnädig. „Meinetwegen könnt ihr euer scheiß Goldenes Kalb anbeten“ grollte es noch, dann war Zapfenstreich mit Blechbläsern.

Das Würstchen als soziale Skulptur betrachtet

13. Juli 2011

Das Gesicht unserer Stadt? (Foto-Quelle: http://www.rosenheim24.de/bilder)

Wir sind eine Pleite-Kommune. Also sparen! Zum Beispiel durch das Zusammenlegen von Funktionen. Andere Großstädte haben einen OB, wir leisten uns Adolf Sauerland. Er hat Duisburg weltberühmt gemacht hat. Von den üblichen Amtspflichten (Kinder tätscheln, Plätze taufen, Schützenfeste eröffnen) ist er weitgehend suspendiert, dafür arbeitet er als Kunstwerk im öffentlichen Raum, als soziale Skulptur sozusagen.

Wie bei modernen Kunstwerken üblich provoziert er, eckt er an, erregt er Abscheu und Faszination. Moderne Kunst muss wehtun, sie muss geschmacklos sein, ein juckender Stachel im Fleische, und all das kann Herr Sauerland gut. Die berühmte Scherz-Frage: „Ist das Kunst, oder kann das weg?“ stellt sich bei ihm nicht. Nie mehr, wahrscheinlich. Wie einen hässlichen Denkmal-Brunnen aus Beton kriegt man ihn nicht mehr aus dem Stadtbild. Nicht für Geld und böse Worte. Fest hockt er uns im Nacken, klebt wie Pest an der Backe, lastet feist und bleiern auf unserer Seele, nämlich als Mahnmal: Er verkörpert die schlimmstmögliche Antwort auf Immanuel Kants Frage „Was ist der Mensch?“ – der Mensch ist ein monströses Würstchen, eine fade, traurige Erbärmlichkeit, ein peinliches und peinigendes Nichts.

Immerhin ein modernes Würstchen, mag sein, ein Würstchen mit Lotus-Effekt: An ihm prallt und perlt alles ab, Wut, Zorn und Verachtung der Bürger, das Kopfschütteln der Nation, die bohrenden Fragen der Medien; selbst Ketchup, mit dem er bei einem der seltenen Augenblicke, in denen er sich nach dem Loveparade-Desaster zu zeigen wagte, schon mal bekleckert wurde, haftet an der Pelle nicht, genau so wenig Schmach und Schande. Mit wehem, vor Selbstmitleid triefenden Dackelblick hält er seinen Mitbürgern den Spiegel vor: So feige, instinktlos, ohne Haltung, Anstand und Mitgefühl, so bar jeden Sinnes für Stil und menschliche Größe kann einer sein – und trotzdem ihr oberster Repräsentant bleiben! Seit einem Jahr sehen wir zu, wie diese infektiöse Mischung aus Weinerlichkeit und Kälte, Selbstmitleid und Dickfelligkeit. Impertinenz und Indolenz ausweicht, abtaucht, um den Brei herumschleicht, sich wegduckt und jedes Fettnäpfen voll faselt, kurzum, nahezu alles tut, nur das nicht, was jeder Mensch mit Sinn für symbolische Politik für das Naheliegendste hält. Nein, er tritt nicht zurück,  er nicht, sozusagen und buchstäblich ums Verrecken nicht.

Ein Jahr seit der Katastrophe, bei der 21 junge Menschen ihr Leben verloren, – und noch immer hat ihm keiner erklären, aufmalen oder beipulen können, was Verantwortung heißt. Erst dachte er  immer, so hieße die repräsentative Aufgabe, sich im Glanze gelungener Investoren-Aquise und bei der Einweihung protzkotziger Shopping malls zu sonnen; dann, einen Tag nach dem Desaster, glaubte er, Verantwortung sei das, was man auf die Opfer abwälzt, um seine Haut zu retten. Und jetzt? Jetzt hat er eine papierne Floskelgirlande abgehaspelt, der zufolge er „moralische Verantwortung“ für die Katastrophe übernähme. (Kaum waren die Kameras aus, hat er dann gleich wieder „die Medien“ bepöbelt, die angeblich eine „Hetzjagd“ gegen ihn betrieben…) Worin die Übernahme der „moralischen Verantwortung“ denn nun de facto besteht, bleibt rätselhaft.

Das hintergründig Komische dabei: Ob er moralische Verantwortung trägt, ist ja noch nicht mal gesichert; als OB trägt er jedoch die politische Verantwortung als oberster Repräsentant einer Stadtverwaltung, die auf ganzer Linie komplett und desaströs versagt hat; als solcher zurückzutreten, wäre das Minimum an politischer Kultiviertheit gewesen, das selbst einer Beamtenseele zuzumuten ist.

Nun, immerhin, jetzt ist Herr Sauerland ein wahrhafter Repräsentant: Er ist das Gesicht eines juristisch kaum greifbaren Systems aus Dilettantismus und Gier, Verlogenheit, Inkompetenz und Unbelehrbarkeit, Opportunismus, Duckmäusertum und Korruptibilität, Egoismus, Kälte und Instinktlosigkeit, eines Systems, das letztlich, trotz aller verdrucksten, schmierigen Verheucheltheit seiner Vertreter, eine unfassbare Brutalität und Menschenverachtung an den Tag legt, – kurz, Herr Sauerland ist das Gesicht unserer Stadt. Wenn man sich in ihm spiegelt, empfindet man Scham. Sind wir wirklich so hässlich?

Der Mensch Sauerland läuft Gefahr, sich das schlimmste anzutun, was denkbar ist: den sozialen Tod. Irgendwann wird das geduckte Häufchen Aussitzfleisch, ich wage diese Prophezeiung, noch nicht mal mehr Hass auf sich ziehen – sondern nur noch stille, aber grenzenlose Verachtung. Wie man damit leben kann, ist mir ein Rätsel. Aber so ist das mit moderner Kunst. Sie gibt uns Fragen, nicht Antworten.

Irre! Hauptschüler stellen sich vor Guttenberg!

3. März 2011

Hauptschüler stehen zu Karl-Theodor von und zu Guttenberg! Abschreiben? Ist ja wohl kein Grund für Rückschritt oder Nich-Arbeit-gehn! ! So finden auch Veli, Tyson, Max, Basti und Hassan von der Hauptschule Gorch Fock in Werderswerder. Hier ihr Statement:

„Ey, krass, mann, Alda, escht, verschteh isch nicht! Wiso darf der nich mehr Arbeit gehen? War doch Guttemann! Un derbe Styler, vallah! Warum musse dem denn Rückschritt tun? Blos wegen Abschreiben? Machen wir doch alle wenn Schule, dem Veli, dem scheise Hassan, dem Tyson und isch. (Habisch Abschrift bei Ali, den scheise makat, war aber blos mangelhaft) Isch war sogar schon mal Knast ja und? Meine Haare sizze gutt, geile Körper un blonde Schlampe hab ich auch. Denn darf ich doch auch Arbeit gehen wenn mal will. Die Deutsche, Alda, spinn ma wider, escht. Voll die Juden, ey, die Lehrer un so, die wolln dem Guttemann nicht gehe lasse sein Djob.  Voll krank. Geh isch jetz Demo für den, vallah, mit mein Kusengs und alle. Wenn dem Abschreibe jetz Straftun und krass Verbresche, krieg isch Hauptschulabschluss nich, Mann! Auf feezbuk sinn wir voll die Masse, Alda, un warn wir auch schon Bildzeitunk! Kompt alle, Bruder, auf zu dem Demo!“

 

Einstürzende Altnormen: Kraska tritt zurück!

27. Juli 2010

Meinetwegen: Ein Wort zu dieser Schmutzranderscheinung. Gottes Mikrophon-Fellatrice im Aufmerksamkeitsnotstand. (Foto: static.rp-online.de/.../ 21979-eva-hermann-AP.jpg)

Also gut, meinetwegen ein Wörtchen zu dieser Schmutzranderscheinung namens Eva Hermann. Was solls? Soll ja auch das kleinste Kotzbröckchen nicht unbeachtet bleiben. Irgendwer muß auch das ja mal wegmachen. – Ich sags also mal so: Da offenbar niemand den Job des Sündenbocks will, und ich als bereits berenteter, weitgehend (zu weit gehend?) ausgedienter Denk-Magister eh auf keine Zukunft mehr hoffen darf, habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschlossen, die volle Verantwortung zu übernehmen! Ich wars! Ich bin schuld! Mein Kopf rolle! Ja, es ist die „fast völlig nackte“ Wahrheit: Ich habe das Loveparade-Desaster gewollt, habe es von langer, ja, jahrzehntelanger Hand geplant, vorbereitet und mit Gottes Hilfe auch erfolgreich durchgezogen. Meinen satanischen Neigungen folgend habe ich dabei, dessen darf ich mich immerhin rühmen, „ganze Arbeit geleistet“. Ich habe sogar Sachverständige eingebunden, im Vorfeld alles richtig gemacht und in der Nachbereitung nichts ohne Not zugegeben!

Apropos: Zugegeben, zunächst wollte ich mich hinter den gerade am Pranger des Volkszorns stehenden üblichen Verdächtigen, den notorischen Inkompetenzschranzen, Erbämlichkeitsdezernenten, den windelweichen Schön-, Klein- und Ausrednern, den schwadronierenden Beschwichtigungsschwuchteln und bestallten PR-Heuchelmördern vom Schlage Pleitgen, Scheydt, Gorny, Jäger, Sauerland, Rabe, Schaller, Schmeling et al. verstecken.  Naiverweise dachte ich, wer die Chuzpe besitzt, das eigene Totalversagen als „stimmiges Konzept“ zu verkaufen, der wird doch am Teufel wohl drei gute goldene Haare lassen und dessen Großmutter zur Schönheitskönigin ausrufen können! Da habe ich mich aber verrechnet (Achtundsechzig minus 666: Nullsumme!). Leider haben sich diese Windel-Weichei-Wichte derart klein gemacht, dass sie mir keine vernünftige Deckung boten.

Entlarvt wurde ich von einer einzigen, unerschrocken zu ihrem Glauben stehenden, schlichten Blondine aus dem Volk: Frau Eva Hermann , welche mir das Handwerk legte, bloß mit der Waffe des treffenden Wortes und der Schärfe eines zeitgeschichtlich wie kulturkritisch unbestechlichen analytischen Blickes ausgerüstet.

Folgendermaßen  aber ließ sich Gottes schärfste Fregatte seit Hildegard von Bingen in Gottes Namen über das Loveparade-Desaster vernehmen:

„Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtungundsechziger (sic!), die die Gesellschaft „befreit“ haben von allen Zwängen und Regeln, welche „das Individuen doch nur einengen“. Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsmormen (sic!) feiernd und tanzend einstürzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft (sic!) unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet.“ Autsch, das saß.

Ich gebe zu, ich habe gesündigt: 1.) Ich bin, wenn auch einer allerjüngsten, Achtundsechziger und damit durchaus verantwortlich für die sattsam bekannten „unheilvollen Jetztzeitauswüchse“; 2.) und ja, zahllose Male war ich in all den Jahren seither zweifellos sinnlos betrunken, manchmal wohl auch „mit Drogen vollgedröhnt“, und habe in diesem erlösungsbedürftigen Zustand a) „feiernd und tanzend“ mindestens mir, b) oft genug aber auch willigen Zweiten oder gar zunächst noch unbeteiligten Dritten „die Kleider vom Leib gerissen“, bis diese „fast völlig nackt“ waren oder zumindest „den Busen … blank zogen“, Hoho!; 3.) ferner es mit systematischer Diabolik darauf angelegt, – und das war weißgott nicht immer einfach!, „die letzten Anstandsmormen (!) feiernd und tanzend einstürzen“ zu lassen. Letztlich habe ich aber, wie man sieht, diesen Anstandsnormen-Einsturz tadellos zuwege gebracht. Dank meiner Wühlarbeit sieht man heute allüberall „fast völlig nackte“ bzw. „dünn bekleidete Körper“ herumeiern, „in Trance“ meistens und „im Rhythmus zuckend“. 4.) Möchte ich mich bei den „Trägern der Gesellschaft“ (so wie natürlich meinen Eltern, meiner Frau, meinem Agenten, meiner Produktionsfirma sowie allen facebook-Freunden und Twitter-Followern) für ihre Unterstützung bedanken: Ohne euch Gesellschaftsträger hätte ich es bis hierin nie geschafft! 5. Wohin? Nun, ich stehe „nicht weit vom Abgrund“. Deswegen trete ich ja auch zurück! Ich bitte die Herren Träger oder Rücktrittsbremsen, die sich hinter mir verstecken, mal eben Platz zu machen.

Wie Frau Hermann, die – anders bzw. päpstlicher als Papst Bendixt der Viertelvorzwölfte –, die Tanzwut der Jugend eindeutig als Teufelswerk und „Ergebnis der Achtundsechziger“ identifiziert hat, richtig ahnt: Hier haben „auch ganz andere Mächte eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen“. Ein Ende mit Schrecken, nun ja, tja, nebbich, aber bei „Drogen-, Alkohol- und Sexorgien“ darf der Herrgott nun mal  kein Auge zudrücken. Sonst übersähe er vielleicht die „dünn bekleideten Körper“ (sic!), die sich „betrunken, vollgekifft, mit glasigen Blicken… in rhythmischem Zucken wie in Trance wiegen“;  womöglich hätte er so auch die Töchter Sodoms nicht entdeckt, die einen Anblick bieten wie „in der Verfilmung der letzten Tage, wie sie in der Bibel beschrieben werden“. Ich hab die Bibelstelle grad nicht parat, aber laut Frau Hermann lautet sie ungefähr: „Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen (sic!), manche sind fast völlig (!) nackt. Sie wiegen sich in orgiastischer Verzückung in ohrenbetäubendem Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Basschlägen (sic!) in Nichts aufgelöst“. – Und am Schluß emergiert der Antichrist in Form des Geistes von Dr. Motte und reitet auf dem Goldenen Kalb!

Die Vision aus der apokryphen Hermann-Apokalypse ist freilich markerschütternd. Schon der Anblick „fast völlig“ nackter Mädchen lässt einen natürlich seelisch in den Grundfesten wanken; sich unter „abgrundtiefen Basschlägen in Nichts auflösende“ Begriffe sind da fast nur noch einen völligen Tick grauenerregender.

Trotz allem und jetzt mal im Klartext: Ich bin – manchmal mit grimmig zusammengebissenen Zähnen – Verfechter des § 5 unseres Grundgesetzes – jeder soll seine Meinung frei äußern dürfen! Und sei’s, der Herr verzeihe mir, der würgendste, gottfernste, von allen guten Geistern verlassene absolute Scheißdreck! Er mag und darf sich äußern! Nicht umsonst heißt es bei Geistesfürst Schiller: „Sire, geben Sie Gedankenlosigkeitsfreiheit!“ Dieses Recht auf unbeschränkte, unzensierte Dämlichkeitsäußerung gilt, das muß man als Verfassungspatriot nun mal aushalten, auch für geistig unzweifelhaft „fast völlig“ verwahrloste, verzweifelt gegen ihre zehrende Bedeutungslosigkeit ankrähende Publicity-Nutten und postklimakteriellen Hysterikerinnen vom medialen Straßenstrich der Aufmerksamkeits-Junkies und abgehalfterten C-Promis, die ihre umfassend nekröse Hirnzerrüttung und persönlichkeitsverheerende Hormonkatastrophe zu Markte tragen, weil ihnen selbst allgemeine und einhellige Verachtung lieber ist als gar keine Aufmerksamkeit. – Ich muß wegen dieser indenzenten, unappetitlichen Metapher um Entschuldigung bitten: Auch blondschillernd-fette Mast-Schmeißfliegen sind zwar unbedeutend und der Rede nicht wert, gewiß, und dennoch bieten sie, wenn sie in die Leichname gerade Verstorbener Eier legen und ihre Maden wachsen lassen, einen ekelerregenden Anblick. Ich weiß auch nicht, aber bei manchen Mitgeschöpfen kommt mir immer des grandiosen François Villons „Großes Testament“ in den Sinn und der Vers (am besten von Klaus Kinski gesprochen!): „Man schlage diesem Lumpenpack / das Maul / mit schweren Eisenhämmern / kurz und klein“.

Keine Sorge, dies ist natürlich kein Aufruf eines unbelehrbaren Achtundsechzigers zur Gewalt gegen Personen. Ich möchte nicht ernsthaft, dass man Frau Hermann schwere Gegenstände in die erzdumm aufgehübschte, sorgfältig restaurierte Botox-Schnute wirft! Um Gottes Willen! Ich wollte nur zu Protokoll geben und ganz im Allgemeinen zum Ausdruck bringen, dass mir, im Zweifelsfall, der unverstellt narzisstische Selbstgenuß eines „fast völlig nackten“ jungen Loveparade-Mädels in Trance weitaus angenehmer anzuschauen scheint als die schamlose, abgeschmackte widerwärtige, reaktionäre Denunziation jeder ausgelassenen jugendlichen Sinnen-Freude aus dem Plappermaul eine alt gewordenen Hure, die, vom Verschwinden der Freier beunruhigt, plötzlich auf Nonne macht. Kleopatra badete in Eselsmilch und Männer-Sperma; andere MILFS bevorzugen halt Krokodilstränen-Bäder und fromme Friktionen im Unterleibsbereich des Bewußtseins. Wem schon Spanische Fliege, Eigenurin und Spargelextrakt nicht halfen, der versuche es halt mit Jugend-Neid, Ressentiment und hormonell bedingter Unterleibsverbitterung!

Ich übernehme jedenfallls die „fast völlige“ Verantwortung für alles: Daß unbedarfte RanschmeißerInnen und erbarmungswürdig aufmerksamsnotgeile, skrupellose Mikrophon-Fellatricen ihren unsäglichen Senf zu allem und jedem beigeben dürfen und die Öffentlichkeit selbst das noch rezipiert, ist, fürchte ich, auch ein „Ergebnis der Achtundsechziger“! Daß die Medien, stets bitter angewiesen auf eine neue Sau, die man durchs Dorf treiben kann, zur Not und im Sommerloch auch der Logorrhöe einer Schwatztruhe von Ex-Fernseh-Ansagerin verfallen resp. Aufmerksamkeit schenken, ist strukturell bedingt und unvermeidlich. Wäre ich selber freilich so eine Gossen-Hure, ich wäre mir des göttlichen Beistandes nicht so sicher. Gott kann, wie die Ereignisse zeigen, ähnlich wie der Teufel, ziemlich unberechenbar sein. Auch dümmstes Geschwätz bleibt nicht immer ungestraft. Gottlob bin ich nicht gottesfürchtig – aber wer es ist, und sei es als PR-Marotte, der zittere besser.

Mich trifft der Blitz eher nicht; ich bin flink zurückgetreten.

Sudden death / over and out

26. Juli 2010

The day after – Aufräumen in der Todesfalle (Foto: apn)

Ganz plötzlich, als wollte das Wetter auch noch seinen Kommentar abgeben, ist es grau und kühl geworden in der Stadt, die sich, wie ein Kind, das man beim verbotenen Spiel ertappt hat, eilends wieder abgeschminkt. Die Stimmungskanonen schweigen, die Spass-Schlacht ist vorbei, das Wort hat die Staatsanwaltschaft. Ein müder, gleichgültiger Regen spült die Spuren des Horrors davon. Wenige versprengte TV-Journalisten stehen noch pflichtgemäß „vor Ort“ herum und stochern lustlos im Geröll ihrer leeren Worthülsen. Daß es nichts zu sagen gibt, ist natürlich keine echte Nachricht. Das Leben tut derweil, was es notgedrungen immer macht, es geht weiter und wälzt seine Lawine aus Dummheit, Schmerz, Trivialität und dem üblichen Ereignisschrott vor sich her. „Man kann nicht weitermachen…“, sagt Samuel Becket, „… man muß weitermachen. Man kann nicht weitermachen.“

Der übliche, von Selbstgerechtigkeit nie freie Volkszorn gegen „die da oben“ tobt sich, nachdem er gestern noch gegen OB Sauerland, der am Unglücksort Blumen niederlegte, tätlich wurde, nunmehr vorwiegend im Netz aus. Es herrscht, sei es aus Ohnmacht, sei es auch aus abgründiger Lust auf Rache, ein bisschen brenzlige Lynch-Stimmung. Man will Köpfe rollen sehen, rituelle Bußgesten, Rücktritte. Würden allerdings alle zurücktreten, die das eigentlich müssten, gäbe es nach hinten heraus schon wieder Stau und Massenpanik. – Ich spüre die dumpfe Wut auch in mir selbst, obwohl ich gut weiß, dass „rollende Köpfe“ lediglich eine theatralische Beschwichtungsmaßnahme fürs vergessliche Publikum darstellen. Solche Bußgesten sind nicht weniger hohl und albern als das hilflos-mechanische Gerede von „Tragik“ und „Tragödie“.

Die Toten von Duisburg sind das Resultat eines Systems, eines unüberschaubar komplexen strukturellen Geflechts von Instanzen, Behörden, Parteien, Medien, Unternehmen, von ökonomischen und Marketing-Interessen, von kommunaler Geldnot und opportunistischer Durchstecherei, überprofessionalisiertem Expertentum und demokratiebedingten Dilettantismus, von Bürokratismus, systemimmanentem Erfolgszwang, politischer Strategie und korruptem Kompromißlertum. Ein System, in dem die meisten Akteure Mittäter und zugleich auch Opfer sind – Opfer politischen Drucks, ökonomischer Erfolgspflicht und, gewiß, auch persönlicher Geltungssucht und narzisstischer Selbstüberschätzung. Die bockigen, verängstigten Funktionärs-Individuen, die man jetzt widerstrebend ins Blitzlicht der Pressekonferenzen zerrt, wissen nicht recht, wie ihnen geschieht: Sie haben doch nur ihren Job gemacht! Und vermutlich stimmt das sogar.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist ein jovialer, weicher, empfindsamer Mann aus der Region. Die natürliche Arroganz eines intellektuellen Überfliegers geht ihm genauso ab wie wohl auch der von Berufspolitikern entwickelte undurchdringliche Panzer aus Zynismus und Abgebrühtheit. Er spricht mit zittriger, brüchiger Stimme, hörbar gequält, mühsam nach Worten suchend. Er ist ein gebrochener Mann. Sein Rücktritt wird eine Frage der Zeit sein. Wird damit irgendetwas gewonnen werden? Altkatholische Bußrituale („mea culpa, mea maxima culpa“) ändern nichts an den Strukturen, und nichts am angeblich unverzichtbaren Motor unserer Gesellschaft – der Profitgier; im Gegenteil, die Rituale gehören zum  System dazu.

Mir persönlich, aber das mag am Alter liegen, war, von der Musik mal ganz abgesehen, die obsessive Megalomanie, der narzisstische Körperkult und die aufgesetzte Party-Orgiastik der Loveparade immer etwas unheimlich – aber zweifellos ist sie, gerade in ihrer Kommerzialisierung, ihrer karnevalesken Ekstatik und ihrer drogengestützten Exaltiertheit ein stimmiger Ausdruck unserer Zeit. Zu den ganz wenigen Privilegien älterer Jugendlicher (Ü50) gehört, diese Zeit nicht mögen zu müssen.

Der Tod ist nie tragisch – oder er ist es immer und zu jeder Zeit. Wir entgehen ihm nicht, so laut wir die Musik auch aufdrehen, so viel wir auch tanzen, trinken und gegen ihn angrölen. Irgendwann muß jeder von uns die Party verlassen. Daß das Ende für elf junge Frauen und acht Männer so brutal früh und so plötzlich kam, zerreißt uns das Herz.  Wir trauern dabei auch über uns selbst: Die Zerbrechlichkeit und Hinfälligkeit unseres Lebens wurde uns einmal wieder drastisch vor Augen geführt. Die Loveparade, so konnte man an ihrer Inszenierung in den Medien (EinsLive) fasziniert beobachten, lebte vom frenetischen Jubel über sich selbst, die eigene Jugend, Schönheit, sexuelle Potenz und subjektive Unsterblichkeit. Orgiastische Party-Exzesse gehören zu unseren kulturstiftenden Ventilen: Wir hielten es sonst wohl nicht aus. – Ich glaube nicht, dass solche Veranstaltungen künftig nicht mehr stattfinden. Ich glaube auch nicht, dass wir etwas lernen. „Man kann nicht weitermachen. Man muß weitermachen…“