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Was Signore Gino Pollo abgeht

19. Dezember 2009

Wieder ein Huhn-Starschnitt der begnadeten Hühnerflüsterin Tuliparola Kontakt: http://www.proz.com/translator/62859 Bei Qype als Tulpenteufel aktiv; ansonsten Übersetzerin, Dichterin, Emigrantin, Agrarnonne, Eremitin, Tomatenzüchterin, Katzen- und überhaupt Tierfreundin, wenn auch, gottlob, auf unsentimentae Weise.

Alavott, Kumpan Kapaun! Ich mein’: Respekt!
Für einen Hennen-Pascha absolut korrekt:
Die Haltung straff, der Hals gereckt,
Der Schopf gefönt, der Kamm geschwollen,
Das seltene Jabot schwarz-braun gescheckt:
Hier geht ein Macho in die Vollen!

Sieh diese Farbenpracht! Die Symbolik der Säulen!
Als trüge man Eulen
Nach Dings, oder lauschte Rilkes Sonetten
An Orpheus,  gesetzt als Operetten-
Cover, schon fast zum Heulen
Äh, schön.

Gräser und Federn, Herbstlaub und Lust,
Heroisches Kikeriki in den Lungen,
Als hätte Rudolf Steiner den Pinsel geschwungen!
Eurhythmik der Gefiederbrust, gehupft wie gesungen:
Fern sei jeder Hahnrei-Frust.

Dies ist Natur, kein Photoshop-Kram,
Hier hat, ich schätze, samstags um halb acht,
Der Schöpfer persönlich sein Genie eingebracht
Und den Gino geschöpft: den Herren-Hahn
Sowie seinen unbedingten Willen
zur Macht,
Bzw. die Sehnsucht der Hennen zu stillen.

Doch wer sich in frommer Demut verneigt
Geht fehl: Der Herrgott hats mal wieder vergeigt,
Hats verbockt, versaut und verschissen.
Die Tragik hinter den schönen Kulissen
Ist huhnübergreifend bekannt:
Da hat mann sich dermaßen in Schale geschmissen,
ist schnieke und schick und beherrscht seine Pose
Doch reimt sich nichts auf dicke,
Sondern alles bloß wieder auf tote
Hose:

Signore Gino fehlts an Bellezza nicht und nicht an Barem,
Doch was ihm fraglos fehlt, das ist ein Harem!
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