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Geschichten aus dem Sommerloch (Wir Schauspieler)

17. Juli 2011

Nicht Depp, nicht Pitt: Früher Schauspieler

Klein, ungemein klein haben wir anfangen müssen, wir Schauspieler, galten kaum mehr als die Wanderhure, der Quacksalber, die Trompeter des Scharfrichters. Wir mussten spitze Hüte tragen, mit Schellen dran, und hausten außerhalb der Stadtmauern, wir durften nur auf jede zweite Gehwegplatte treten und hatten ein gelbes Hungertuch um den Leib zu schlagen, damit die ehrbare Jugend gewarnt war. Allenthalben knuffte und bespuckte man uns, zwiebelte uns an den Ohren, haute uns auf den Hinterkopf. Holte einen der unseren des Schlafes großer Bruder, verscharrte man den ruhmlos Verschiedenen schnöde auf dem Schindanger, denn geweihte Erde war tabu, no-go-area. Das war vielleicht ein Hundeleben, als Schauspieler!

Kaum weiß man noch, wie es zuging, dass der Herr uns erhob und erlöste. Hatte wohl mit Elektrifikation zu tun, mit der Erfindung der Schiffsschaukel begonnen oder war vom Aufkommen der Windmühlen begünstigt, jedenfalls durften die ersten Schauspieler per Lizenz vor hohen Herren kaspern, vor dem König sogar, denn das Barock war ausgebrochen und die Fürsten beschlossen, der Landplage Langeweile den Garaus zu machen. Zum Meilenstein wurde die Erfindung des Rampenlichts, zwar aus Ölfunzeln noch, aber immerhin, man konnte uns nun sehen, wie wir, eingezwängt in blecherne Rüstungen, mit schwerem Federpuschel auf dem Kopf, hölzern gereimte Texte knarzten, schnarrten und haspelten, Texte, die man heute schwer verdaulich findet, ja mitunter schon fast grottenöde.

Das Knarzen, Schnarren und Haspeln blieb noch bis ins frühe 20. Jahrhundert state of the art,  bis uns für ein, zwei Jahrzehnte der Stummfilm zum Schweigen brachte. Zwar heulten wir noch immer schaurig „Sein oder Nicht-Sein“ und „Durch diese hohle Gasse muss er kommen“, aber das Nicht-Sein und die Hohlheit der Gasse mussten nun pantomimisch dargestellt werden, in schwarz-weiß und mit unnatürlich rollenden Augen. Das war auf die Dauer recht bedrückend, aber am rosigen Horizont der Zukunft scharrte bereits ungeduldig der Ton-Film mit den Hufen, dann der Bunt- und der Breitfilm und schließlich Holliwudd. Millionen sentimentalisierter Dienstmädchen und notgeiler Ladenschwengel strömten in die Lichtspielhäuser, um mit Jopi Heesters „ins Maxim“ zu gehen, mit Charlton „Ben Hur“ Heston Pferdewägelchen zu fahren oder an der Seite spitzbrüstiger Heulsusen optimistisch in den Sonnenaufgang zu reiten. Es war die Zeit der ersten Stars: Humpty Bogert, Marion Brando, Ingrid und Ingmar Bergmann.

Jetzt wollten auf einmal alle Schauspieler werden, Traumfabrikarbeiter in der Schaumschmiede, denn dies versprach nicht zu knapp Weltruhm in den Wochenschauen. Männer wie Charlie Chaplin wurden auf der Straße erkannt, Frauen mit sperrhölzernen Namen wie Marlene Dietrich, Gina Lollobrigida oder Liselotte Pulver zu internationalen Männerzermalmerinnen hochgejubelt oder sie heirateten den Schönheitskönig von Monaco. Der Schauspieler wurde zum Idol, zum Trendsetter, zum verbindlichen Volksvorbild. Wie viel junge Leute haben nicht ein Mundharmonika-Studium begonnen wegen Charles („Spiel mir das Lied vom Tod“) Bronson, das Trinken angefangen wegen Dean Martin oder das Turbo-Prügeln geübt wie Bruce Lee! So manches derbe Landmädel presste „ihre Kurven“ wie Marilyn Monroe in zu gerade oder zu enge Kleider und träumte trällernd von der Diamantenen Hochzeit mit irgendwem! Viele Stars und Diven verdienten damals Phantastilliarden Dollar und verstarben dann glamourös frühzeitig an vergoldeten Nasen, erbrochenen Herzen oder zu schnellen Sportautos. Eine fast ungebremst romantische Zeit!

Sie ist vorbei. Auch Onkel Dagoberts Holliwudd muss heute knausern und kniepen. Echte Stars kann sich keiner mehr leisten. Man behilft sich mit Selbstgemachtem. Kaum, dass ein blondes H&M-Boutiken-Aushilfs-Mädel, das tagsüber achtlos ausgezogene Anziehsachen aus den Anprobier-Zellen einsammelt und wieder auf Kante faltet, zwischen den Pappkulissen einer Seifenoper mal zwei Sätze aufgesagt hat, die fast wie in echt klingen, ist sie schon ein Star, wenn nicht sogar ein shooting star (was eigentlich Sternschnuppe heißt und somit eher ephemere Karrieren verheißt). Nach zwei, drei Jahren Lehrzeit als shooting star wird man von der IHK oder wem zum Superstar ernannt, bekommt Preise, riskiert High-heel-staksend Haut und Knöchel auf roten Teppichen und sitzt andauernd in Talkshows, um seine neuen Filme zu promoten, die man mit „wahnsinnig netten Kollegen“ unter einem „tollen, super einfühlsamen Regisseur“ gedreht hat, und zwar über ein „irrsinnig spannendes Thema“. Mit Mitte Dreißig kriegt man dann noch eine goldene Uhr für sein Lebenswerk.

Heute wollen alle so sein und aussehen wie wir Schauspieler. Depp und Pitt sind der Hit. Bekannte Politiker nehmen bei uns Unterricht im Schnöseln, Schnarren und Schleimen. Paparazzi filmen uns beim promiskuitiven Geschlechtsverkehr und nach der Adoption wohltätiger Kinder. Wer schon mal einen Kommissar gespielt hat, wird zu Anne Will oder Frank Plasberg in den Fernseher eingeladen, um über Jugendkriminalität befragt zu werden. Ein blendender Schauspieler zu sein, gehört heute zu den soft skills von Managern, Magnaten und Mafiosi. Wer kein guter Schauspieler, oder wie wir Fachleute sagen, performer ist, der sieht die Sonne nicht, der bleibt käsig im Dunklen, bleibt ein no-name, loser und wannabe, wie wir das in Babelsberg nennen, er muss einen spitzen Hut tragen, ein gelbes Hungertuch und Schellen, er muss außerhalb der Stadtmauern hausen, in Marzahn, Hochfeld oder Eimsbüttel, er kommt nicht im Fernseh vor, hat keinen Artikel bei Wikipedia, ihn kennen nicht Gott noch Google. – Wär er mal lieber Schauspieler geworden!

Schärfer als Möpse und Sex: franz. Bulldogge

19. April 2011

Sexy Lockvogel im Netz: Franz. Bulldogge (Quelle: Wikipedia, gemeinfreies Foto)

Einfach mal irgendwas tippen und dann ins Netz stellen reicht ja nicht, das weiß jedes Blogger-Kind. Man muss LeserInnen ködern und unaufhörlich „traffic generieren“, wie der Eingeweihte sagt. Mit den tags, den Hieb-, Stich-, Schlag- und Suchwörtern, mit denen man seine Artikelchen beklebt, damit Leser dran hängen bleiben, hat es freilich sein eigene Bewandtnis. Sie führen oft in die Irre, vor allem solche Zeitgenossen, die sich vom Internet sensationelle neue Kicks im bunten Bereich des Sexuellen versprechen. Einmal hab ich eine Art Kolumnen-Geschichte geschrieben, in der, ganz marginal und sozusagen nur so zu  Dekorationszwecken, die Achselhaare des Pop-Stars Madonna vorkamen. Ein anderes Mal hatte ich ein Aufsätzchen über Sprachpsychologie und Neurophysiologie keckerweise mit dem Foto einer gut gebauten, freizügig posierenden Blondine geschmückt. Das Foto aber, aus dem Netz gefischt, trug, was ich vorerst gar nicht bemerkt hatte, den Titel „busted blonde girlfriend“. In beiden Fällen schnellte kurz- bis mittelfristig meine Leserschaft ins Astronomische!

 Je nun, wohlan, „sex sells“, denkt der Weltkundige und geht müde schmunzelnd zur Tagesordnung über. Denke ich auch. Aber nun habe ich etwas entdeckt, das noch tausendmal mehr Besucher – für, wie ich vermute, sehr, sehr kurze Zeit – auf mein Blog  lockt, und sie in der Folge bitter enttäuscht wieder abschwirren lässt, und das hat mit kleinen dicken Hunden zu tun. Wer jetzt „Ha! Möpse! Möpse! Er hat ‚Möpse’ als Schlagwort!“ denkt, den muss ich eines anderen belehren. Keineswegs. Ich habe lediglich irgendwo am Rande mal erwähnt, dass mir die Französische Bulldogge zum unangefochtenen Modehund der Nuller und Zehner Jahre des Jahrtausends avanciert zu sein scheint. So eine Beobachtung kann man ja mal machen und beiläufig äußern, oder?

 Zumal ich da wohl richtig liege, weil ich seither täglich (!) zwischen hundertfünfzig und zweihundert BesucherInnen verzeichne, die mein Blog mit dem Stichwort „französische Bulldogge“ er-googelt haben. Was für eine herbe Enttäuschung erwartet die modehund-bewussten Tierfreunde! Bei mir erfahren sie über diese Rasse überhaupt nichts, es sei denn, für sie sei die Information wertvoll, dass diese Tiere für mich aussehen wie mit Kuhfell bespannte Leberwürste, denen man aus purem Züchterübermut alberne Fledermausohren appliziert hat, mutierte Möpse mit abgrundtief traurigem, ja anklagenden Blick, der mir nicht völlig unberechtigt erscheint. Die Züchtermafia, die alle 15 Jahre eine neue bescheuerte Creation (Nackthunde, Chihuahuas, Pinscher, Mini-Yorkshire-Zitterlinge etc.) auf den Markt wirft, kann bei mir nicht auf freundschaftliche Gefühle rechnen.

 Ob die Möpse, quatsch, franz. Bulldoggen nett zu Kindern und kleinen Ferkeln sind, ob sie beißen, betteln, zu becircen wissen, ob sie verträgliche Hausgenossen sind oder hässliche, mies gelaunte und stinkende Köter – all das weiß ich nicht. Schrübe ich, dieses Blog sei für Liebhaber der französischen Dogge völlig irrelevant, und sie sollten ihn keinesfalls lesen, würde er von diesen bestimmt erst recht angeklickt, weil sie auf solche kontrafaktisch-rekursiven Mätzchen („Dieses Schild nicht beachten!“) besonders gerne hereinfallen. Das Übrige erledigt die doofe Suchmaschine.

 Was, frage ich die anwesenden Fachleute, tut man da? Ich hab doch keine Lust, dass fünfzig Prozent der  Besucher wutenbrannt wieder abziehen, weil über die hochgeschätzte Französische Bulldogge hier absolut nichts zu erfahren ist! Mir scheint, Negation bringt hier gar nichts. Man kann nur seufzend einwilligen. Ich versuch mich demnächst mal an einem Text über Möpse. Der könnte immerhin zwei große Gruppen von Fehl-Googlern mal zusammenbringen. Vielleicht wird eine virtuelle Freundschaft daraus?

Seniorenentsorgung

19. Dezember 2010

Solides Senioren-Modell

Gesellschaftliches Sorgenkind: Senioren. Sie werden immer älter, immer gesünder und stehen überall im Weg herum. Verschandeln das Stadtbild. Nerven. Erinnern daran, dass man selber nur ein begrenztes Haltbarkeitsdatum hat. Das ist ärgerlich! – Muß das denn sein? Nein! Man kann die Greise von der Straße holen! Wie denn? Setzt sie einfach vor den PC, das Notebook, den iMac! Da haben sie Spaß und sind aus der Fahrbahn. Das heißt, zunächst machen sie natürlich ein dummes Gesicht und einen mittelschweren Überforderungsflunsch: Was soll ich mit diesem Zauberkasten denn anstellen? Wo soll ich da drücken? Und was passiert denn da nun?

Zwar kenne ich persönlich eine Menge Senioren, die informatisch und EDV-mäßig alles top auf der Reihe haben, besser als Nintendo-Jungspunde jedenfalls, aber das Klischee will es, dass Senioren halt doof und computer-resistent sind. Na ja, ich im Grunde ja auch.

So habe ich etwa erst gestern zum ersten Mal (!) „ge-chattet“! Boah! Es kam so: In meinem iMac machte es plötzlich „Blub“. Dann noch mal „blub“. Ich brauchte ungefähr eine halbe Stunde, um zu raffen, dass eine Freundin (die Bloggerin und berühmte deutsch-amerikanische Blues-Chanteuse „bitch-in–berlin“), mich auf „facebook“ … wie sagt man? An-ge-chattet? hatte. Oh Gott! Was jetzt bloß tun? Oh, oh! Techno-Alarm! Und kein schlaues „Kid“ da, mir zu helfen! Ich brauchte eine weitere halbe Stunde, bis ich geschnallt hatte, wo man seine Antwort eintippen musste und wie man dann die absendet. Dann aber entspann sich ein schönes Schrift-Gespräch über Blues, Philosophie, Medizingeschichte, Gänse-Leber und Hühnermägen. Etwas holprig noch, weil sich die Antworten immer kreuzten, überschlugen und verknubbelten, aber immerhin!

Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für den alten Magister, der noch mit Tinte, Pergament und Gänsefeder aufgewachsen ist. Jetzt kommuziert er in Echtzeit und hat Spaß! Die Goethe-Zeit neigt sich dem Ende zu. Empfindsam gereimte Liebeserguss-Epistel gibt es ab sofort nur noch in Kostümfilmen.

Daten-Krake Paul, quatsch, Google, sorgt sich auch um die Senioren. Deshalb hat er/sie ein Programm aufgelegt, das älteren Mitbürgern den Weg zur PC-Nutzung ebnet. Per Video-Schulung. Etwas gönnerhaft und betulich, nimmt die Suchmaschine uns Alte an die Hand, um uns begreiflich zu machen, was z. B. „copy & paste“ bedeutet, wie man eine E-mail verschickt oder, hm, … chattet. Für seniorale PC-Doofheit gibt es nun keine Entschuldigung mehr. Wenn Opa jetzt ein Foto seines Enkels ge-mailt kriegt, hat er ab sofort freudig erregt Geschenke abzuschicken. Zur Not, für Fortgeschrittene, per „paypal“. Auf diesem Wege werden Senioren auch dem Markt wieder zugeführt, was ja nur gut ist. Schließlich ist Digit-Xmas.

 

Gott oder Google? Geheime Zeichen zur Daseinswürze

14. September 2009
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Der Herr Google gibt Fingerzeige!

Als Kind hab ich ab und zu an Gott geglaubt, vorsichtshalber. In prekären oder kritischen Zeiten sandte er mir nämlich manchmal so geheimnisvolle Zeichen!  Da fiel im letzten Moment die gefürchtete Mathe-Arbeit aus, und ich bekam noch mal die Chance, zu üben; da hatte mir die schöne Heidrun aus der vierten Klasse zugelächelt, obwohl ich es gewesen war, der an ihren Zöpfen gezogen hatte, oder es gelang mir fehlerlos, den ganzen Schulweg lang nur auf jede zweite Gehwegplatte zu treten, was ich gern als gutes Omen für irgendwas nahm. Ich meine, das waren doch Hinweise! Eine höhere Intelligenz kümmerte sich um mich und gab mir Tipps für den weiteren Lebensweg! –

Heute bin ich eigentlich nicht mehr so gläubig. Vor allem auf höhere Intelligenz setze ich nicht mehr, da hab ich die Hoffnung aufgegeben, schon bevor ich anfing, mich bei Qype zu tummeln. Hier bekomme ich „von oben“ bloß barsche, für mich ärgerliche Botschaften und Löschforderungen vom HQ, und ich glaube eigentlich nicht, daß es sich bei dem um eine sog. höhere Intelligenz handelt.

Gleichviel. Eine höhere Macht vermute ich seit ein paar Tagen aber bei Google. Google ist endlich wieder so freundlich, meinen Artikelchen seitlich kleine Werbebotschaften hinzuzufügen (zu adden, wie die Fachkraft sagt). Seit einer Weile beobachte ich aus den Augenwinkeln, wie man mir, ganz gleichgültig, worüber ich schreibe, hartnäckig und sogar dringlich insistierend nahe legt, ich möge mich a) jetzt aber mal dalli um die Verminderung meines überschüssigen Bauchfetts kümmern, vor allem, indem ich fünf Fehler vermeide, die man mir indessen aber nur gegen Entrichtung einer Gebühr verraten will. (Ich schätze mal, die fünf Fehler sind: Zu gerne essen, zuviel Alkohol trinken, zuwenig Bewegung, zu hohes Alter und daß ich den Bauch-weg-Trainer irgendwann in den Keller verbannt habe. Was denn sonst?) – sowie b) umgehend 15 Kg abnehmen, und zwar, wer hat schon Zeit für Faxen, „über Nacht“, „durch Fettkiller“. Kennen die mich denn? Kann man bei Google Earth womöglich jetzt schon, von oben oder von der anderen Straßenseite, meinen Bauchumfang erkennen? „Ey guck ma, da unten geht grad der dicke Kraska, Mensch, ist der uffjedunsen!“ Schlimme Vorstellung, irgendwie, oder?  Es heißt ja auch immer, US-Spionage-Satelliten können aus der Umlaufbahn jetzt sogar schon entdecken, ob du ein Bauchnabelpiercing trägst oder rote Ohren (infrarot!) aufweist.

Google hat leider Recht, das ist ja das Beunruhigende! Es stimmt ja! Meine Silhouette gefällt mir selber auch nicht. Wenn es nur so leicht wäre, meine fünf Fehler abzulegen! Könnte ich dies, gelänge mir eventuell, was ein weiteres Goggle-ad-on mir ratgeberisch andient, nämlich mir das Geheimnis zu verraten, wie ich „einen Mann in mich verliebt“ mache! Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt möchte. Obwohl, vielleicht ist das auch ein Zeichen?  Wenn es jetzt so ein Milliardär wäre, und ich gestände ihm, nach Eroberung seines Herzens, daß ich leider ein Mann bin und im Grunde auch gar nicht besonders schwul, und er würde dann aber, wie dieser eine Typ am Ende von „Manche mögen’s heiß“ zu Jack Lemon („Daphne“), zu mir sagen: „So what? Nobody is perfect!“, dann wäre das natürlich schon eine interessante Lebenswegänderungsanbahnung. Plötzlich vom Schicksal verfügten Lebensbahnkehren soll man sich ja nicht harthörig verweigern, sie sind, heißt es immer, die Würze des Daseins. Zwar kommt mir meine Biographie manchmal überwürzt vor wie schlechtes Gyros, aber höhere Intelligenzen sind dazu da, für mich das Denken zu übernehmen. Die könnten das erklären.

Sie raten mir im weiteren noch, mich rasch und unverzagt in einen Internet-Single-Flirt-Chatroom zu begeben, vermutlich, nehm ich mal an, um dort diesen einen Mann verliebt in mich zu machen. Nur wieso ich vor dem Chatten „zuverlässig und nachhaltig“ meinen „Mundgeruch“ (?) bekämpfen soll, ist mir unerfindlich, erstens, weil der im Netz doch nicht stören würde, und in der Realität hat sich noch nie einer bei mir in diesem Sinne beschwert. Ich frag mich nur, mit welchen Tags und Schlüsselwörtern ausgerüstet man mir diese Werbebotschaften zuteilt. Verwendet man höheren Orts ein „intelligentes Design“? Schwer zu glauben…