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Als Jesus mal gekommen ist (Kardinal Voll-Meise hat Schnappatmung)

16. September 2011

Meisner zeigt an: Ungefähr so weit kann man den Arsch offen haben (Bild: dapd)

Da ist man mal für einen Moment bei den Sanftmütigen und bespöttelt den Papst nur müd-milde-schmunzelnd, tatzelt sogar nebenher die linken Boykottierer ein wenig, aus Geschmacksgründen, und dann das: Kardinal Joachim „Gottes Pitbull“ Meisner ist wieder von der Kette und kriegt Schnappatmung. Oh, Herr. Was ist es denn nun diesmal? Furienkardinal Voll-Meise über die Papst-Boykottierer:

„Mich erinnert das manchmal daran, wenn Jesus gekommen ist und Besessene waren da. Da fingen die Geister, die die Menschen in Besitz genommen haben, an zu schreien: Was haben wir mit Dir zu schaffen! Und dann hat Jesus die Geister ausgetrieben.“ Die jüngsten Reaktionen erinnerten ihn an eine „rational nicht nachvollziehbare Anti-Papst-Besessenheit“, betonte der Kardinal.“ („DerWesten.de“)

Klar könnte man gelassen bleiben und sagen: Besser von Geistern besessen als von allen guten Geistern verlassen, aber bei manchen dieser Heuchelfressen ist mir nicht nach cool. Also wollen wir mal tief Luft holen und folgendes klarstellen:

Erstens. Das zutiefst mit dem Anti-Christ verschwägerte Höllenpack der Klerikalschranzen, heiligen Hooligans, papistischen Parasitenpriester, Erzkasper, Kardinalkakerlaken und letztgeölten Quatschsalbaderer soll mal schweinemäßig froh sein, dass ihr Jesus voraussichtlich nicht wiederkommt, weil wenn doch, dann brächte er den Zorn Gottes mit und würde der schleimheiligen Brut der pharisäischen Faselanten und hochfahrenden Monströsmonstranzen aber derart was in die schiefmäulige Giftvisage hauen, dass keine andere Backe zum Hinhalten mehr übrig bliebe.

Zweitens. Herr Dr. Ratzinger ist nicht Jesus. Nicht mal er behauptet das. Und wenn einer mit ihm nichts zu schaffen haben will, dann ist das dreimal verflucht seine Sache. Noch haben wir hier Religionsfreiheit, du kardinaler Karnevalsprinz! Und das beinhaltet die Freiheit, euer gesammeltes Gaga-Gesindel herzlichst zum Teufel zu wünschen sowie das Recht, nicht von euren frommen Geiferern mit komplett bestusster Moppelkotze beworfen zu werden! Ist ja widerlich!

Drittens. Mit Weihrauch aufgepumpte Transen-Schwellkörper und Wirrmichel-Hochwürden im goldbetressten Narrenhemd sollten mal nicht allzu dolle mit dem Begriff „rational nicht nachvollziehbar“ herumschäumen. Was an ihrer eigenen kraus-bizarren, byzanthinisch-blasphemischen, ruchlos ranzigen Rabulistik-Theologie „rational nachvollziehbar“ sein soll, steht ja dahin bzw. weiß der Himmel allein.

Viertens. „Mich erinnert das manchmal daran, wenn Jesus gekommen ist…“ – Meisner!!! Grammatik! Sinn!? –  Und dann noch solche Anzüglichkeiten! Was hattest du denn mit Jesus „zu schaffen“? Und wann? Als er noch ganz klein und süß-unschuldig war?

Mann, Mann, Mann.

Habemus Besuch!

14. September 2011

Zaubrische Alltagsunterbrechung, mirakulös regenbogenhafte Unfassbarkeiten: Der Papst kommt!

Wir Deutsche, oder? Gebenedeit unter den Gebeutelten: Habemus Besuch! Obwohl ich vom Aszendenten her Einsiedlerkrebs bin, krieg ich zuweilen  ganz gern Besuch, weil mich das zwingt, endlich mal wieder die Stube zu fegen, den Abwasch zu machen und die Bettwäsche zu wechseln. Und jetzt gleich der Papst! Ich falte schon mal Servietten und setz Kaffeewasser auf. Ich mein, wir sind Papst, und wenn der jetzt kommt, heißt das ja praktisch was.

Und, ach, Jungvolk, kurz mal hergehört – Knigge für wenn Besuch kommt: Es wird bitte nicht herumgelärmt, unflätig geschrieen und höhnisch gepfiffen, nicht mit Kreide geworfen, mit dem Stuhl gekippelt und vor allem nicht gemobbt! Ruhe in der Klasse! Nur weil einer einen hohen spitzen Hut, grün schillernde Frauenkleider und jungfernweiße Spitzenunterröcke trägt sowie weinrote, saffianlederne Schnabelschuhe, muss er nicht unbedingt ein kompletter Narr sein, oder gar ein Mongo oder Spast, ihr Opfer! Und auch nicht schwul, verdammt!

Nee, im Ernst, ich freu mich wie Bolle. Ich bin ein passionierter Connaisseur und Aficionado der zaubrischen Alltagsunterbrechung, der funkelnden Mentalisten-Magie und, in frostig-grauen protestantischen Betonkirchen aufgezogen, ergötze mich heute gern an allerlei mirakulös regenbogenhaften Unfassbarkeiten. Da ist mir der Papst so recht wie früher der Circus Barnum mit seinen Menschen, Tieren, Sensationen sowie Madame Daisy, der Dame ohne Unterleib. Schönen Qualm wird es geben, opulenten Konfetti-Segen urbi, orbi und überall, und wir dürfen uns mit Fingerfarbe Herzchen und Kreuze auf die Backen salben.

Mittelschwer angenervt bin ich hingegen von diesen linken wichtigtuerischen Boykottierern. Was haben die denn für eine Kinderstube! Erstens, wenn man Erbtante Erna zum Kaffee einlädt, dann knallt man ihr nicht die Tür vor der Nase zu und kräht „Boykott! Boykott!“ – pampig, patzig und philiströs ist das! Weil, zweitens, ja, ihr Erregungsrüpel – der Papst ist katholisch! Und? Was soll er sonst sein? Schwarz, schwul, schwanger und Schwager von Westerwelle? „Du, ey, schwule Ehen sind so was von total okeeeh für mich“ – wenn er das sagt oder meint, wär er nicht Papst. Job weg, Pension futsch, Altersarmut. Also was soll diese kindische Protestiererei? Eine Messe ist eine Messe und nicht der St. Christopher’s Street Day, auch wenn es kleidungsmäßig in die gleiche Richtung geht. Vom Vorsitzenden eines Mittelaltervereins ein Bekenntnis zur Moderne zu verlangen ist, als wenn man zu den Klitschko-Brüdern sagte: Ich bin ja für Boxen, aber bloß ohne Hauen!

Noch ein bisschen Wissenswertes, das vielleicht so nicht bekannt ist. Erstens: Katholik ist man freiwillig. Wer das ganze für eitel Mummenschanz und Narretei hält, soll halt austreten – geköpft, gesteinigt, verbrannt oder gevierteilt wird deswegen ja keiner. Zweitens: Wer ständig religiöse Toleranz für stumpfsinnige islamische Eiferer einfordert und Liebesgrüße an Fidel Castro schickt, von dem darf man ja wohl ein Minimum an tolerantem Respekt auch gegenüber Christen erwarten, oder? Drittens: Papst Benedix ist im Gegensatz zu der polnischen Kartoffel, die vor ihm den Heiligen Stuhl besetzt hielt, ein ganz kluger Mann, ein bisschen wunderlich zwar, aber kein Erzschelm und er greift auch nicht nach der Weltherrschaft; außerdem ist er Philosophieprofessor, achtfacher Ehrendoktor und, was mich besonders freut, sogar Träger des Karl-Valentin-Ordens! Gerade als solcher ist er mir herzl. Willkommen, der alte Herr Papst. Er würde mich gütigst verstehen, wenn ich aus Valentins Opus „Orchesterprobe“ zitiere: „Sie hams halt oane andre Weltanschaunung!“