Peinlichkeit. Religiöser Zwiespalt


Honneckerin der Evangelen: Hodscha Käßmann

Was mir zu denken gibt: Heute habe ich meinem achtjährigen serbischen Nachhilfeschüler Mirko, der, soweit er weiß, Muslim ist, weil es a) zuhause kein Schweinefleisch gibt und er b) jeden Sonntag zum Hodscha geschickt wird, um den Qu’ran (immerhin auf serbisch, nicht auf arabisch!) auswendig zu lernen, eine Geschichte von Janosch vorgelesen, in der zwei dumme Brüder vorkommen, die „den ganzen Tag in der Kneipe sitzen und den Mädchen nachpfeifen“. – „Äh. Lehrrärr“, sagt Mirko, „ch’ab ich Frage, darf ich?“ – „Klar! Nur zu….“ – „Ahrrmm, äh, … sind Brüder … Muslime?“ – Ich, vorbildlich neutral, antworte, dass Janosch, der Autor, meines Wissens katholisch (und das heißt: schlimm!) erzogener deutscher Pole sei, der inzwischen auf Teneriffa lebe, Atheist sei und Muslime wahrscheinlich gar nicht kenne. – Mirko, als Kneipenwirtssohn nicht gänzlich ohne Lebenserfahrung, macht ein skeptisches Gesicht. Ich seh es ihm an: Er glaubt, Janosch kennt die Muslime DOCH!

Mirko kann übrigens auch einfach nicht glauben, dass ich kein Muslim bin. Das will ihm nicht in den kurz geschorenen Quadratschädel. „Weiß ich schon, gibt auch Ch’christ und so, aber…“ … Aber in seinen ehrfürchtigen Kinder-Augen weiß sein Lehrrärr praktisch alles – ich kenne sogar die bestgehütetsten Geheimnisse achtjähriger Buben! –, und „ein-Mann-der-alles-weiß“ ist für ihn praktisch definitionsgemäß gleichbedeutend mit einem Muslim. So lehrt es der Hodscha. Allerdings und andererseits: „Gibt Kinder wo hassen richtich den Hodscha“, fügt Mirko nachdenklich hinzu. – Ich: „Wieso denn das?“ – Er:  „Weil haut Kinder an der Kopf und sss’wiebelt immer so an die Ohren, wenn nich gut gelernt Qu’ran!“ Letztlich bloß  gut, dass ich „Ungläublicher“ bin, weil vor Christen hat Mirko, obwohl er „Atheist“ für ein schlimmes Schimpfwort hält, schlimmer als „Hurensohn“ jedenfalls,  nämlich noch mehr Bammel. Die essen nicht nur Schwein, sondern auch ihren Herrgott und trinken sein Blut. Voll eklig!

Und dabei kennt er Gottes Nervensäge noch nicht, die achte & echte ägyptische Plage, den Weib gewordenen Zorn Gottes, die zwischenmenschliche Posaune von Hannover, die penetranteste Betschwester und unsäglichste seiner Post-Apostelinnen: Frau Margot Käßmann! –  Natürlich erzähle ich Mirko nicht von ihr, denn ich will ihm keinen Schrecken einjagen oder seine unschuldigen Kindernächte mit Alpträumen belasten! Klar, ich könnte ihm drohen: Wenn du bei mir nicht gut lesen, schreiben und rechnen lernst, holt dich die schwarze Frau Käßman! Sie wird dich armen beschnittenen Muslim-Knaben solange umarmen, küssen, mit Dialogen überschütten und dich mit klebrig-süßem Gesabbel vollschleimen, bis du an Erbrochenem erstickst!

Margot K., die approbierte Honneckerin der Evangelen, Star der Kirchentage und eine der beliebtesten Deutschen überhaupt, ist eine herausragende Strategin der Geopolitik. Vor allem ist sie Afghanistan-Expertin. Mit den Taliban etwa, empfiehlt Frau Käßmann unermüdlich, als protestantische Kaltmamsell Knall auf Fall auf jedem Podium hockend, müsse man „gemeinsam beten, anstatt sie zu bombardieren“. Überhaupt sei Krieg immer ganz böse, und wenn schon mal ein Feind begegnete, solle man diesen durch Küssen, Backe-Hinhalten und Vollschleimen erledigen! Zu diesem debilen Schwachsinn bleckt sie die überkronten Pferdezähne, grinst keck unter ihrem flotten Pony hervor und freut sich diebisch, dass man sie bei ihrem Geschwafel auch noch beflissen noch abfilmt.

Zum Glück fragt mich Mirko nicht nach Frau Käßmann. Was sollte ich als ehrlicher Mensch antworten? Dass die Deutschen frenetisch eine dusslige Kuh verehren, eine Art weiblichen Hodscha, der/die wegen Trunkenheitsfahrt ihren Job verlor und seither als bewunderte Demonstrativ-Bußfertige ein um das andere Mal alle drei Monate ein besinnliches  Schwafelbuch veröffentlicht, peinlichsten Unfug redet (mit oder ohne Alkohol), und penetrant ihre trotz mittelalterlicher Ideologie ostentativ zelebrierte „Modernität“ zur Schau stellt, um unsere Ohren zu zwiebeln? Soll ich denn den Knaben an jeder Integration hindern?

Als ein offensichtlich atheistischer Reporter Frau Käßmann fragte, was sie denn mit ihrem billigen Hurra-Pazifismus über das Ende der Hitlerei denke, und dass sie ohne die Opfer der Alliierten ihren Scheiß wohl kaum frei verbreiten könnte, grinste sie saublöd in die Kamera und patzte pampig: „Ach, da sag ich nichts zu, Sie schreiben ja doch, was sie wollen…!“ – und stöckelte modern, aber unbelehrt, schnippisch davon. – Jetzt zittere ich vor dem Tag, an dem Mirko mich fragt, was eigentlich „Peinlichkeit“ bedeutet. Da ich der Mann bin, der alles weiß, werd ich ihm antworten müssen. Oder soll ich sagen: „Frag doch deinen Hodscha!“?  

Noch schwerer wäre freilich die Frage zu beantworten, warum ich es von Herzen gern hätte, wenn Frau Käßmann direkt nach Afghanistan flöge, um dort „mit den Taliban zu beten“. DAS würde ich wirklich ZU GERN sehen, vallah…!

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13 Kommentare - “Peinlichkeit. Religiöser Zwiespalt”

  1. Sancho Says:

    Nun jaaaa… nicht, daß ich Madame Käßmann verteidigen wollte, mir ist sie und ihre Talibangebete genauso peinlich wie Dir, lieber Kraska. Aber in einem hat sie nun mal Recht: die Deutschen haben in Afghanistan außer ihrer Unschuld nichts verloren, und der Vergleich der Taliban am Hindukusch mit Hitlerdeustchland ist nicht nur gewagt, sondern schlicht dämlich.

    Eine peinliche Kritikerin heißt lange nicht, daß das Kritisierte in Ordnung wäre!

  2. Unter den Talaren.... Says:

    Tja, was soll ich sagen. Gestern habe ich noch ein sehr langes, natürlich nicht nur über o.g. Thema, Telefongespräch mit einem Freund geführt.
    Im Prinzip gings ja um Schwiegermütter und das Aussehen derselben.
    Aber dann landeten wir dabei was passiert wenn Frauen zu lange OHNE sind.
    Und sogar noch verleugnet werden. Wie von Schröder, bei DER Trunkenheitsfahrt.
    Da muss DIE doch komisch werden: „Beten für die Taliban“. Daraus sollte man ein „Beten mit den Taliban“ im Afghanisch-Pakistanischen Grenzgebiet oder in Schwarzafrika machen.
    Sie sollte sich einen gut gebauten, jungen Mann suchen, der wieder ein echtes Lächeln auf die schönen Lippen dieser reifen Frau zaubert. Dann muss sie sich nicht mehr mit so lebensfremden Mist beschäftigen.
    Die Folge wäre, das wir uns nicht aufregen müssen und dann auch mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens haben. Palinka, Fussball und Hunde.
    .

  3. cbx Says:

    Jetzt, wo es schon deutlich peinlichere Kommentare als meine gibt, trau‘ ich mich auch. Nach intensiver Lektüre und eingehender Analyse Deines Texts scheint mir da gelegentlich zwischen den Zeilen der zarte Unterton einer indifferenten Idiosynkrasie gegen Frau Käßmann durchzuklingen.

    Ich bin ja auch nicht gerade ein Fan von ihr (noch dazu wo sie für einen guten Katholiken als Anführerin der Ketzer gelten muss), aber andererseits (immer schön dialektisch bleiben) – wenn schon selbstüberschätzende eitle Dummschwafler, dann lieber solche, die rufen „Lasst uns für/mit [irgendwas] beten!“ als evangelikalisierte Hassprediger, die schreien „Bombardiert sie, Gott will es so!“ Und auch die gibt es auch überall…

  4. oachkatz Says:

    Ob die westliche Allianz Afganisthan mit oder ohne Frau Käßmann in Ruhe lässt, ist mir einerlei, Hauptsache, sie tut es bald. Ansonsten gebe ich Sancho recht: der Vergleich mit der Befreiung Deutschlands vom Naziregime ist unlauter; die Befreiung aus einer Diktatur war hier nie das Interesse, sehr weit ist man damit ja auch nciht gekommen. Jetzt verhandelt man wieder mit den ‚Bösen‘. War ja doch alles nicht so schlimm? Obwohl ich mir natürlich ganz gut vorstellen kann, dass auch die Allierten mit den Nazis irgendwann – wieder – verhandelt hätten, wenn es den eigenen Interesse nützlicher erschienen wäre.

  5. 6kraska6 Says:

    Bevor man harsche Wörter benutzt („unlauter“) hilft genaues Lesen. Ich habe nicht „Afghanistan“ mit „Hitler“ gleichgesetzt, sondern unter Hinweis auf die Befreiung vom Nazi-Regime auf die Unhaltbarkeit eines fundamentalistischen Pazifismus angespielt. – Und in Afghanistan sind unsere Soldaten, um internationalen (formellen und informellen) Bündnisverpflichtungen nachzukommen. Ob der Afghanistan-Einsatz sinnvoll ist, stellt eine ganz andere Frage dar, die ich gar nicht behandele. Im übrigen meine ich: „Mit den Taliban beten“ ist eine noch dreihundert Mal blödere „Strategie“ als die des westlichen Bündnisses.

    Mann!

    • oachkatz Says:

      Dafür, dass Du mit anderen öffentlich in Deinem Blog hart ins Gericht gehst und üblicherweise nicht vor harschen Worten zurückschreckst, reagierst Du ganz schön heftig auf andere Meinungen.
      Ich habe ziemlich genau gelesen und keinesfalls Dir diesen Vergleich unterstellt, sondern mich auf den Reporter bezogen. War es denn eine Fragestunde generell zu pazifistischer Grundhaltung oder doch zum militärischen Einsatz des westlichen Militärbündnisses? Ich habe dieses Argument gerade als Rechtfertigung für den militärischen Einsatz in Afghanistan recht häufig gehört und ich empfinde seine Verwendung in diesem Zusammenhang als scheinheilig und dazu dienend, den Gesprächsgegner mundtot zu machen. Unlauter ist es, weil damit bestimmte Assoziationen und Emotionen hervorgerufen werden, die Konsens erzeugen sollen, wo ein ganz anderer inhaltlicher Zusammenhang besteht. Weiterhin habe ich nicht von ‚unseren‘ Soldaten geschrieben, das würde ich so nie formulieren, sondern vom gesamten Bündnis.
      Zum dritten kotzt es mich an, dass ohne weitere Erklärung und ohne, dass sich für die Menschen und vor allem die Frauen in Afghanistan irgendetwas zum Guten gewandt hat, die Taliban als würdige Bündnispartner gehandelt werden, mit denen man Gespräche aufnimmt. Was ist das für ein Vorgehen? Zuerst setzt man sich in die Position des gerechten Richters, des Hüters der Menschenrechte, der das Böse bekämpft (wie z.B. Hitlerdeutschland, die Taliban, den islamischen Terrorismus) und wenn man es dann nicht schafft, das Böse zu besiegen/überzeugen/etc., dann kann man die eigenen Interessen auch genauso gut wieder mit Einlenken und neuen Bündnissen mit den vorher ach so menschenverachtende, ehemaligen Kriegsgegnern verfolgen. Da ist mir eine hurrapazifistische Käßmann noch lieber, das hätte dem Land einiges an weiterem Elend und Leid ersprat.

  6. Unter den Talaren.... Says:

    Also doch Afghanistan. Da haben wir anscheinend nichts verloren und unsere Soldaten sollen raus. Aha. Damit unsere Preisboxer sich da unten ungestört zu richtigen Terorristen ausbilden lassen können?
    Sonst haben wir das Problem in 5,10,15 Jahren bei uns. Aus kleinen Rebellen, werden nämlich mal Rebellen.
    Unser System wird daran mit „Bildungsangeboten“ leider nichts ändern. Wer nämlich nicht lernen will, der lernt nicht. Und solange staatstragende Parteien, hier in DU Aufkleber und Plakate verkleben, mit dem Spruch SCHEISS SCHULE
    ist eh alles verloren.
    Heutzutage wollen alle nur vom Tisch essen, ohne beim decken zu helfen…

    Aber lasst uns weiter die Augen verschliessen vor der Herrlichkeit des Seins.
    Prosit Duisburg!

    • cbx Says:

      @Unter den Talaren….
      Und Du glaubst, dass die Typen dort zu friedfertigen Schafshirten werden, wenn sie von der Bundeswehr bei der Terrorausbildung gestört werden?

      Man könnte sich nämlich auch gut fragen, ob die nicht ohnehin noch Schafe hüten und Mohn anpflanzen würden, wenn die CIA nicht vor einiger Zeit eine Heldentruppe rekrutiert hätte um die Russen zu bekriegen.

      Vielleicht herrscht dort auch ein gewisser Unmut, gerade weil dort seit Jahrzehnten fremde Soldaten herumballern?

      Mann, ich dachte schon, ich wäre naiv…


  7. Sie lassen sich über ihre ganz besondere Form der Zuneigung zu Frau Käßmann sehr kreativ aus: Chapeau! Aber das Allergemeinste ist wirklich:
    „flotten Pony“.

    Ich liebe es.


  8. […] den Originalbeitrag weiterlesen: Peinlichkeit. Religiöser Zwiespalt « Kraskas Staunmeldungen Teile und hab Spaß Mit Klick auf diese Icons kann man diese Webseite mit anderen Social […]

  9. Enno Says:

    Kraska, ich habe mich in Sie verliebt und will ein Buch von Ihnen!


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