Shoot Out in SIN CITY: Duisburgs Ruf wieder aufpoliert!


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Bandidos unterwegs

Wer Duisburg nicht kennt, kennt es wahrscheinlich aus den „Schimanski“-Tatort-Machwerken der Achtziger und Neunziger: Verrostete Mega-Montanstadt, leicht verlottert und verwahrlost, mit ruhrpottherzigen Eingeborenen, versoffenen Proll-Komissaren (Paraderolle von Götz George) und ab und zu mal ’nem Deko-Türken. Beilage: Gemütliche Holländer mit süßem Akzent. Schöne Tage in Clichée. Na ja. Das Schlimme, las ich kürzlich in einem Reiseführer über Polen, von einem Polen geschrieben, sei, daß die meisten Vorurteile AUCH stimmen! Aber eben andererseits auch wieder gerade nicht.

Zu meinen ganz unmittelbaren Nachbarn gehören, ich habe ihnen einen Text bei Qype und auf meinem Blog gewidmet, die Motorrad-Rocker vom hiesigen „Chapter“ der „Bandidos“. Je nach Blickwinkel eine super-freundliche (und, bitte nicht übel nehmen, ja? –  etwas … spießige) Orstvereinigung motorradsportbegeisterter, hoch-bodygebuildeter Früh-Senioren – oder aber, wenn man der Presse glauben darf, eine der organisierten Kriminalität zugewandte schlimm-fingrige Konkurrenz-Mafia zu den berüchtigten, noch unsympathischeren „Hell’s Angels“. Hmm. Da ich selbst nur ein Fahrrad-Biker bin, an den Versammlungen „meiner“ Bandidos immer nur vorbeifahre (auf dem Weg zu einer in ihren Augen wahrscheinlich extrem uncoolen Arbeit) und an Gewaltkriminalität ein eher theoretisch kriminologisches Interesse habe, traute ich bislang mich nicht, die auf meinen skeptisch-ironischen Text hin eintrudelnde rau-herzliche Einladung eines gewissen „Mike“ einzugehen, der mir zusicherte, ich dürfte THE FAT MEXICAN, das hiesige, in der Hood unübersehbare Vereinslokal der „Bandidos“, ruhig mal aufsuchen, aufn Kaffe, und müßte dabei keine Angst um meine teuren Kronen hegen.

 Jetzt trau ich mich aber schon wieder nicht, weil es direkt vorm Fat Mexican am Freitag eine tödliche Schießerei gab. (Wenn ich wo wohne, gibt’s anscheinend irgendwann immer irgendwo in der Nähe eine tödliche Schießerei. Beim großen Mafia-Massaker vor drei Jahren wohnte ich auch um die Ecke!) Jedenfalls hat ein arbeitsloser, turkstämmiger Freefighter namens Timur A. den neuen Freund seiner Ex erschossen, auf offner Straße. Das Opfer war Bandido „Ashley“, Anfang dreissig. Schon wenig später sickerte durch, der Mörder stehe mit den „Hell’s Angels“, den Erzrivalen der „Bandidos“ in Verbindung. Au weia. Bzw. ach du Scheiße! Jetzt gibs wohl wieder Krieg. Die Bullen haben schon eine ambulante Wache vor Vereinslokal aufgebaut. High Noon in SIN CITY! Und ich muß mir mit meinem Fahrrad wohl einen anderen Weg zur Arbeit suchen.

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10 Kommentare - “Shoot Out in SIN CITY: Duisburgs Ruf wieder aufpoliert!”

  1. Neuköllner Botschaft Says:

    qype and quote! Aber die tags lassen nach, bandido kraska.

  2. Franzimausi Says:

    bandido kraska 🙂
    love, loyality & respect,
    g.od f.orgives k.raska d.ont 🙂

  3. 6kraska6 Says:

    @Botschaft: Manchmal bin ich halt in Eile! Das Leben, das Leben, Du weißt schon, Freund.

    @Outlaw F.Mausi: Let’s drink on the death of a clown…

  4. 6kraska6 Says:

    to, not on. Anyway, it’s the drink I need…

  5. Früh-Senior Says:

    Lass Dich ruhig mal bei uns sehen.
    Mike hat mir davon erzählt, dass er dich eingeladen hat, … auffen Kaffee. Haben ’ne flammenneue Maschine, die echt gute braune Brühe macht.
    Außerdem stellt sich mir die Frage, wo Du die Nummer mit den „hoch-bodygebuildeten Früh-Senioren“ her hast.
    Bist Du sicher, dass Du hier bei uns in Duisburg vorbeigefahren bist?

    • 6kraska6 Says:

      Ja, ich fahre oft bei Euch vorbei. Ist mein Arbeitsweg. Respekt übrigens vor der Beerdigung. Beeindruckend, das Aufgebot. Tja sonst weiß ich, wie gesagt, nicht viel; ich glaub am liebsten, was ich sehe, auf Presse geb ich nicht viel. Für mich seid Ihr erstmal Nachbarn. Ich wohn ja um die Ecke. Und ich bin immer neugierig.


  6. […] dem vor drei Jahren in das seinerzeitige Duisburger Blutbad verwickelten und später auf der Flucht verhafteten Chef des Pelle-Romeo-Clans aus San Luca wurden […]


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