Into the ghetto (Captain Catastrophy’s movin‘)


superman

Für den Umzug braucht man gute Männer!

Wer von euch, meine Freunde, hätte gern ein durch und durch langweiliges Leben? Wohl kaum einer, oder? Wer will denn schon öden Alltagstrott ohne würzende Abwechslung! Aber bitte Vorsicht mit Wünschen! Sie könnten nämlich in Erfüllung gehen, – und dann explodiert völlig unerwartet und aus heiterem Himmel die gesamte Existenz und die alltägliche Normalität fliegt einem aber schon dermaßen um die Ohren, daß einem Hören und Sehen vergeht! Mein schöner Alltagstrott! jammert man dann, aber es ist zu spät: das Leben muß jetzt raus, toben! Leute, glaubt einem alten Hasen in Sachen Dasein: So etwas passiert schneller, als man denkt! Bzw. denken kann. Und vom Alter, macht euch da nichts vor, ist das gar nicht abhängig! Auch durch widerstrebende, morsche Knochen fegt, wenn es Zeit dafür ist, ein frischer kalter Wind of Change (vgl. Sse Skorrpions).

 Im Film ist so etwas natürlich keine große Sache: Innerhalb weniger Minuten ist man untergetaucht, hat Stadt, Identität und Anzug gewechselt, kann plötzlich fliegen wie eine Fledermaus oder senkrechte Hochhaus-Wände hochklettern wie Super-Spinnen, verfügt über atomare oder phantastomate Geheimwaffen aus der Zukunft wie der Terminator, und man rettet sich und die Welt innert 90 Minuten vor dem Bösen. Wer allerdings leider kein Superheld ist, zufällig, könnte das rasche Untertauchen, die Emigration oder das Instant-Exil zu organisieren für eine schwierige Aufgabe halten. Kinohelden besitzen nämlich in der Regel weder tonnenschweren Bücherwände, noch einst zu teuer erworbene Kunst oder auch nur Elektrohaushaltsgeräte und Lattenroste, Kleiderschränke, Schreibtische oder Wäschespinnen. Die sich unweigerlich im Verlaufe des Daseins ansammelnde Halde von Lebensschrott ragt wie ein Berg, und man kann doch nicht ALLES wegschmeißen!

 Mit der neuen Existenzstellenbeschreibung (Daseinsabenteurer Kraska ist derzeit mal  Wandermönch, Exilant, Heiliger des Ghettos und Engel der Bescheuerten, Besoffenen und gänzlich dem Außenseitertum Verfallenen!) mussten Rochaden, Retiraden und Remisen organisiert werden; Dinge von Format und Gewicht wollten in kürzester Zeit verräumt, verpackt, verbracht und verschifft werden – und da mein Nervenkostüm ein extrem sensibles, komplexes und hochgradig irritables ist, dachte ich: Oh manno, resignier!, ich brauche professionelle Hilfe!

 Vom Therapeuten? Nee, das besser nicht. Aber ein richtig, richtig gutes, diskretes, schnelles und preiswertes UMZUGSUNTERNEHMEN, DAS wäre jetzt gut! Objects of desire: Junge, alerte Männer, die nicht viel reden oder fragen, sondern cool, calm & collected ihren heiklen Job durchziehen, besonnen, effektiv, diskret, bärenstark, kampfgestählt, durch nichts abzuschrecken oder umzuhauen, und dabei sensationell  und schier verblüffend preiswert; Möbel-Samurais mit der katzenhaften Schnelligkeit und Härte von Auftragskillern und der zartesten Einfühlsamkeit von pro-familia-Beratern, ausgestattet mit gefürchteten Sekundärtugenden wie Umsicht, Vorsicht und Rücksicht, begnadete Mit- und Selbstdenker, Elite-Kämpfer, Kameraden auf der road to nowhere, ja, ich möchte fast sagen: Krieger. Moderne, mobilitätsorientierte Umzugskrieger! Woher kriegt man aber solche soldiers of fortune resp. furniture? Und sind solche Schrankewandbezwinger und Bücherkarton-Sherpas nicht unbezahlbar? Na ja, eigentlich schon. Und doch wieder nicht: Wenn ihr im – äußerst großzügig bemessenen! – Großraum von Düsseldorf-Duisburg-Krefeld lebt (und plötzlich untertauchen müsst), und nun jammernd zu mir ins Ghetto kommt (ihr findet mich Rande, am Rande des Abgrunds, der Gesellschaft und des Sinns!), dann gebe ich euch einen Rat, der u. U. GOLD wert ist: Wendet euch an meine Freunde von der SHD!

 SHD … Soldiers of Hope and Defense? Service for Happiness on Demand? Nö, bloß lapidar „Selbsthilfe Düsseldorf“. Eine Initiative von Arbeitslosen mit Tatendrang, die es, man kanns kaum glauben, schon dreissig Jahre gibt. Man verschmäht Staatsknete und arbeitet lieber selbstorganisiert im Umzugsbusiness. Ich weiß nicht, wie das am Anfang lief – JETZT ist die Truppe so perfekt professionell, wie ich es mir von Berufskillern wünschte, mit denen man ja ewig Ärger hat, weil sie alles verwechseln, verbaseln und und vergessen. Nach meinen Recherchen ist diese Truppe die beste, schnellste, flexibelste und mut Abstand die preiswerteste, wenn es um die Organisation von Umzügen  geht – und zwar angefangen von der Auftragsannahme, der Kalkulation und und Planung bis zur Organisation und Durchführung. Die jungen Männer haben Kräfte wie HULK oder Superman, aber sie gehen mit meinen Sachen um, als handele es sich um zarte, ätherisch feine, nervöse Jungfrauen minderjährigen Alters. Die Berserker sind Möbelflüsterer.

 Ich rate euch: Wenn ihr weg müßt, schnell und reibungslos, dann bucht die SHD.

 Mehr vom äußersten Rand der Umlaufbahn demnächst bei Radio Kraska, the voice of the ghetto!

 

 

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8 Kommentare - “Into the ghetto (Captain Catastrophy’s movin‘)”

  1. Botschaft Says:

    So von Ghetto zu Ghetto: machen die auch «Auslandseinsätze» ?

    Guten Move, Mister Silvera (Brot und Salz wird nachgeliefert) ! – und pass bloss auf, dass die den janzen Büchern nicht das Harakiri beibringen !!!

  2. Gabel Says:

    Der Mann schreibt wieder, das ist doch mal ein gutes Zeichen! Auch wenns mit der Zeichensetzung manchmal hapert: der Anfang ist gemacht, der Rest kommt dann schon. Allerdings nicht mit der Post, auch nicht DHL oder SHD, sondern mit Zeit, Klugheit und einem Freund.

  3. lakritze Says:

    Hmmm, das Klima für Umzüge scheint günstig … Da kriege ich nicht gerade wieder Lust, aber entschieden weniger Angst, mir den Wechselwind um die Nase pusten zu lassen … Dir Brot, Salz & unerschöpfliche Regalmeter!

  4. Doris Warns Says:

    für jeden etwas dabei – interessant

  5. 6kraska6 Says:

    Dank für Brot & Salz! Da hab ich schon mal was zu essen!

  6. joulupukki Says:

    Und ich hab mich schon gewundert… Der Mann, der seine Artikel nur so aus dem Ärmel pfeffert ist verstummt. Da muss was passiert sein!
    Ich nehme an, wohin es Dich vertrieben hat, werde ich in den nächsten Artikeln lesen, stimmts? *weiterlesengeh*

  7. 6kraska6 Says:

    Ja, wem sagtst du das. Essen mit Gabel ist zur Zeit wie Essen ohne Löffel.


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