Coole Schmierage: Vorsicht Leben!


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Die Schablonen-Technik erinnert an Banksy...

Ohne mich in der inner-österreichischen Politik auszukennen, geh ich mal davon aus, die ÖVP-nahe Initiative „Pro Josefstadt“ wollte sich da im letzten Jahr ein bisserl einschleimen bei den Josefstädter Hausbesitzern. „Wenn wir da ein wenig auf den Putz hauen, gegen Schmutz und Schund wettern und nach Ordnung schreien, wählen die uns vielleicht“, hat sich ein junges, aufstrebendes Politik-Genie evtl. gedacht und die eigene Idee für verdammt „leiwand“ (wienerisch für: genial, spitzenmäßig, intelligent) erachtet. Also hat er sich mal hingesetzt, ein altes Schulheft herausgekramt, eine leere Seite gefunden, am Bleistifterl geleckt und dann folgende Anfrage an den Bezirksvorstand formuliert:

 ANFRAGE: Graffiti – Unwesen in der Josefstadt

von: PRO JOSEFSTADT

 1. Ist Ihnen das Problem des Graffiti-Unwesens bereits aufgefallen?

2. Was haben Sie als Bezirksvorsteher bereits dagegen veranlasst oder gedenken Sie dagegen zu veranlassen?

 BEGRÜNDUNG:

Seit geraumer Zeit gehört in der Josefstadt das Beschmieren von Hauswänden, Toren und Geschäftslokalen zur Tagesordnung. Die verschiedenen mehr oder weniger künstlerischen Ergüsse und teilweise provokanten Slogans verunzieren mittlerweile fast jeden Häuserblock in diesem Bezirk. Gleich welchen politischen oder sonstigen Ursprungs sie sind, und gleich welchen künstlerischen Inhalt sie haben mögen, sie sind in jedem Fall eine Beschädigung privaten oder öffentlichen Eigentums. Da sich diese Delikte besonders im letzten Jahr gehäuft haben, können die betroffenen Bürger, die den Schaden bezahlen müssen, sehr wohl Hilfe, aber zumindest eine sofortige Stellungnahme des Bezirksvorstehers, die auf Grund der Dringlichkeit der zahlreichen Beschwerden noch vor der Sommerpause erfolgen sollte, erwarten.“

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Damits nicht zu süßlich wird in der Josefstadt

Der Bezirksvorsteher, ich nehme mal an, ein Sozialdemokrat, blieb gelassen und in seiner Antwort recht kühl und knapp: Antwort des Herrn Bezirksvorstehers: Wenn es auffällt, werden die jeweiligen HV verständigt.“ Ob die rechtspopulistischen Wichtigtuer und Saubermänner diese Antwort befriedigend fanden?

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Grimmiger Kommentar

Mir sind einige neuere Produkte der AerosolArt-Fraktion in der Josefstadt aufgefallen, und ich muß sagen, für meinen Geschmack sind sie sehr kleidsam und verhindern, daß die renovierten Straßenzüge allzu übermäßig geleckt und verstorben anmuten. Welche Aussage die Sprayer intendieren, weiß ich ja nicht, aber auf mich wirken sie wie ein rotziges Gitarrenriff aus einem offenen Fenster – die Message: „Vorsicht! Hier wird noch gelebt!“

Freilich, ich bin auch kein Josefstädter Hausbesitzer. Wäre ich einer, ich glaub, ich tät mich vorerst nicht beschweren. „Fesch!“, würd ich zum Sprayer sagen und „leiwand wie auf Leinwand!“

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"Cool Killer..." (Baudrillard)


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