Archiv für Mai 2011

Aus dem Tagebuch eines Insomnikers (Unternehmens-Rater)

30. Mai 2011

Heute wieder unruhige Nacht. Bei Hochsommer im Mai ja kein Wunder. Extrem langweiligen Traum gehabt: War mit meiner Ex-Frau (Ex seit 20 Jahren!) in Moskau. An einer belebten Trambahn-Haltestelle stiegen wir versehentlich in einander entgegenlaufende, jeweils hoffnungslos überfüllte Züge, sodass wir uns umgehend aus den Augen verloren. Quälende Frage (im Traum) – was jetzt tun? [...]

Kein Nobelpreis für deutsche Gurke

28. Mai 2011

Um mal mit einer Eilmeldung zu prunken: Die deutsche Gurke ist sauber! Wahrscheinlich, denke ich mir bei der morgendlichen Lektüre der Gurken-, quatsch, Tagespresse, weil in diesem Land eine Hand die andere wäscht, oder? – Wenn ich die Zeitung sehr früh lese, mit noch schlaftrunken zerknittertem Kopf, unterlaufen mir häufig Verleser. Meinen heutigen fand ich  [...]

Inländer, heimatlos beim Weltuntergang

25. Mai 2011

Samstag, 21. Mai. Wir hockten klamm beim Sportrentner Horst im dicke mit Schrankwand, Lederpolsterlandschaft und Flachbild vollgemachten Wohnzimmer und fremdelten. Seit Branko seine Kneipe an die bulgaro-türkische Mafia verscheuert hat, haben wir nämlich kein Heim mehr. Wir (zwei Griechisch-Orthodoxe, ein Russisch-Orthodoxer – glaubt er jedenfalls, weil er sich anders bekreuzigt als „die Griechen“ –, ein [...]

Aus dem Alltag eines Berufsphilosophen

18. Mai 2011

Imannuel Kraska, als Kant Mit meinem Beruf bin ich etwas verschämt. Dabei bin ich weder Zuhälter, noch Anwalt oder Immobilienmakler. Schamhaft nuschele ich immer was von „Dozent in der Erwachsenenbildung“. Dabei dürfte ich eigentlich ruhig zugeben, dass ich „Philosoph“ bin, denn das hab ich gelernt und das bin ich ja auch, zertifiziert, diplomiert und behördlicherseits ordnungsgemäß abgestempelt. [...]

In die Schublade gesprochen

17. Mai 2011

Vor vielen  Jahren, als Affektkontrolle für mich noch ein Fremdwort war, geriet ich eines Nachts aus hier unerheblichen Gründen einmal in eine veritable Sauwut, der ich spontan Luft zu machen beschloss, in dem ich der Wohnzimmertür einen heftigen Tritt verpasste. Im Nachhinein betrachtet keine gute Idee! Zu meinem Nachteil irrte ich mich nämlich leider, gerade [...]

Ich gegen Nordkorea (1:0)

13. Mai 2011

Warum ich neuerdings immer so auf Nordkorea herumhacke? Persönliche Gründe wohl. Wahrscheinlich hat es mit einem wunderlichen Traum zu tun, den ich kürzlich erlitt: Er begann damit, dass sich auf der weiten, wüsten Geröllfläche des hiesigen Industriekomplexes, den ich vom Schlafzimmerfenster meines Landhauses (?) aus sehen konnte,  plötzlich sehr unmotiviert Meeresgischt und Brandung zeigte, die [...]

Warum immer Sonnenbrillen? Der Phänotyp des Bösen

11. Mai 2011

Woran erkennt man einen Serienkiller? Laut Aussagen der fassungslosen Nachbarn zumeist daran, dass er überhaupt nicht wie einer aussah. Einen guten Bankräuber erkennt man indes daran, dass man sich an sein Aussehen par tout nicht erinnern kann. Woher weiß man aber, dass man einem Diktator gegenübersteht? Das ist einfach. Diktatoren tragen immer Sonnenbrillen. Warum tun [...]

Diktatoren, wie sie keiner kennt

10. Mai 2011

Wir wissen das: Der dekadente imperialistische Westen lässt (sich) hängen! Meinen Lieblingsdiktator Kim Ding Bum ließ das Elend unter den Arbeitsoveralls der Volksgenossinnen aber nicht ruhen. Sozialismus, das heißt Straffung, Haltung und Disziplin. Der erleuchtete Erfinder des Atom-Busens hat einen weiteren Schritt auf dem Pfad revolutionärer Ertüchtigung und Aufrüstung getan und dem hungrigen Volk den [...]

Anti-zyklischer Text mit Osterbezug

10. Mai 2011

So, jetzt endlich mal ein Text mit Oster-Bezug. Wer jetzt nörgelt, Ostern sei aber doch lange vorbei, darf gleich die Biege machen und abdampfen, weil, er versteht nichts von anti-zyklischer Medienpolitik. Mir geht diese Aktualitätsraserei in den Medien nämlich derart auf die Eier, dass ich nur noch betont in-aktuelle Artikel schreibe. Außerdem kann man den [...]

Frauen: Freuen oder den Mund halten?

9. Mai 2011

Zu meinen anti-zyklischen Lebensverschönerungs-Capricen gehört es, mich zur aktuellen Aufregern generell, wenn überhaupt, immer erst dann zu äußern, wenn das allerletzte Wort schon gesagt bzw. bis zum Überdruss breitgetreten und die Sau definitiv längst durchs Dorf getrieben ist. Natürlich hab ich dann oft das Nachsehen, weil die Einfälle knapp werden. Selbst meine mich eine Weile [...]


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