Lange Zeit, seit 2003, kursierte sie nur als Gerücht, als vage Erinnerung an einen Skandal, an eine unfassbar unseriöse, unverschämte und dreist verständliche Vorlesung, bei welcher der Dozent seine ZuhörerInnen angeblich nicht nur mit Mengen billigen Weins betrunken und wehrlos machte, sondern sich, die Zuhörerschaft schwindelig redend, auch noch anmaßte, den großen Gipsheiligen Platon, den [...]
Archiv für Januar 2010
Schöner Sterben: Operntod mit Kuschelrock
30. Januar 2010Gestern am späten Abend habe ich arte eingeschaltet. Gar nicht mal, um mich hochkulturellen Bedürfnissen hinzugeben, sondern weil ich eigentlich die dritte Staffel der von mir geschätzten Krimi-Serie „KDD“ sehen wollte, die man ins arte-Nachtprogramm verbannt hat, damit das nur Spezialisten gucken und die Quote hübsch niedrig bleibt. Man will die Serie nämlich wegen Intellligenzüberschuß [...]
Heiliger des Verschwindens
29. Januar 2010Nun ist er also doch mal gestorben, vorgestern, mit 91 Jahren. Für die Welt war er ja eh schon lange tot: 1965 das letzte Buch, 1980 das letzte Interview, Lebenszeichen danach entweder obskur oder unfreiwillig. Niemand weiß so genau, was er die letzen Jahrzehnte draußen auf seiner Farm in New Hampshire so getrieben hat. Er [...]
Unnützes unverzichtbar (sonst: Godzilla!)
25. Januar 2010UNNÜTZES UNVERZICHTBAR Wahrlich aber, ich sage euch: Bald werden alle Städte im Zentrum aussehen wie Bitterfeld, Wladiwostok oder Detmold. Überall werden die Innenstädte durch identische Shoppingmalls ersetzt, die so viel Charme haben wie eine feucht gewordene Fototapete von Las Vegas (im Morgengrauen). Die vulgärpompösen Plexiglaskomplexe sind schon bei der Eröffnung Ruinen, nur sieht das keiner, [...]
Godzilla in der Antitortenschlacht
19. Januar 2010Am Sonntagnachmittag hatte ich, und wer das als Vergreisungssymptom deuten will, ist dazu herzlich eingeladen, erstmals seit Jahren sog. „Kaffeebesuch“. Eine Dame zwar, aber Damenbesuch wäre dennoch ein Wort, das falsche Assoziationen weckte. Eine alte Freundin aus wüsteren Tagen halt; nennen wir sie, wegen ihrer enormen Hippelichkeit, Ritaline. Als Kind war Ritaline dermaßen hippelig, daß [...]
Profane Propangaspropaganda
18. Januar 2010Unter der Woche ohne eheliche Aufsicht, unterläuft es mir ab und zu, daß ich spät abends vor laufendem Fernseher einschlafe. Nicht weiter schlimm eigentlich, obschon es mich stört, daß ein unbekannter Besucher meine vorübergehenden Absenzen regelmäßig ausnutzt, um mir die Weinflasche leerzutrinken. Irritierend ist es außerdem, wenn man in dem einen Spielfilm einschläft und mitten [...]
Traumasiatisches
17. Januar 2010(Wer den Text brav durchliest, kriegt zur Belohnung in der zweiten Hälfte einen brandheißen Sushi-Tipp!) Der Noro-Virus tritt nach sieben Tagen Regentschaft bei mir den Rückzug an. Er hinterließ mir, in der post-fibrösen Mulm-Phase der Rekonvaleszenz, eine Serie äußerst bizarrer Träume. (Unter anderem umsprang mich heute Nacht eine Gruppe nachlässig gekleideter, kleinwüchsiger, zudem erschreckend verkrüppelter [...]
Zur Sicherheit Röntgenpornos
14. Januar 2010Ein Live-Konzert des von mir verehrten Tom Waits. Wieder kapier ich von seinen Conferencen nur die Hälfte, weil, sein breitgekautes, zähflüssig verwaschenes LA-Genuschel versteht ja nun wirklich keine Sau, Englisch-Leistungskurs hin oder her. Ich krieg gerade mal so mit, daß er etwas über Porno-Filme erzählt, die man in den US „x-rated“ nennt. Dann wird sein [...]
Herrlich Getue und Summen der Nachtigall
12. Januar 2010Wieder mal beziehe ich tiefere Einsichten aus meiner Lieblingszeitschrift „Ohrenkuss“. Ich habe über diese wunderbare Blatt schon 2008 auf Qype berichtet; getextet wird es von jungen Menschen mit Down-Syndrom. Angeblich sind Menschen mit dieser genetischen Besonderheit kognitiv zurückgeblieben und im sprachlichen Ausdruck behindert. Wenn man den „Ohrenkuss“ liest, zweifelt man manchmal, ob das in allen [...]
Ganz unten: Die „ZEIT“
9. Januar 2010„Selber Schuld! Selber Schuld!“ gellt mir der Hohn der Immerschonallesgewußthabenden ins Ohr. „Das kommt vom Daten-Schludern!“ Dabei halte ich vielleicht nur mit dem technologischen und ökonomischen Sauseschritt des Fortschritts nicht mit. Immer öfter beginne ich Sätze oder Anekdoten aus meinem ereignislosen Leben mit „…eigentlich bin ich nicht doof, aber…“ – aber was? Na eben nebbich [...]
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