Archiv für August 2009

Eine kurze Soziologie der Trinkhalle

28. August 2009

Wie oft, wie schmerzlich habe ich sie in manchen Weltgegenden schon vermisst! Gut, in Chikago, Ill., USA,  da gab es die Liquor Stores, aber das ist ja nicht dasselbe, und nicht in jedem Fall sind es die Getränke, die aus sind. Manchmal fehln ja auch Zigaretten! Auch die ordinäre, ungemütlich neonbeleuchtete Tanke bietet nicht, was [...]

Brennende Lust: Nacktes Nackenwerfen vs. Feminismus

20. August 2009

Derzeit beginnen zeitaktuelle Kolumnen-Texte gern mit einem Zitat von The Loving Spoonful: „Hot town, summer in the city, / my neck’s gettin’ dirt and gritty“ – warum auch nicht, liegt doch nahe bei 37° C im Schatten! Außerdem ists ja ein schönes altes Lied. Ich fang trotzdem mal anders an: Stellt euch einen einsamen Sandstrand [...]

Fernmündlichkeiten im Heimatdorf der hundert Nationen

20. August 2009

  Wer ins Hundert-Nationen-Ghetto zieht, muß sich früher oder später integrieren, es sei denn, er schottet sich in seinem speziellen Heimatverein ab, wenn man denn die bulgarische Mafia, den Verband serbischer Ex-Milizionäre oder die Mahdjid-Ali-Moschee als solchen bezeichnen will. Da ein landsmannschaftlicher Deutschen-Verein zum einen nicht existiert, hier, und zum anderen mich sicher nicht auf [...]

Ich bin Weltraumabenteurer. Ihr aber auch.

17. August 2009

Man verliert die Tatsache manchmal aus den Augen: Auch wer nie aus dem Haus geht, ist ständig unterwegs. Wieso? So wie auch Ion Tichy in seiner schlunzigen, umgebauten Single-Wohnküche durchs All rast? Im Prinzip ja. Die Erde, um daran mal zu erinnern, ist ja insgesamt eine Art Raumschiff und donnert, ohne je zu parken, mit [...]

Ich bin ein Pionier der Gentrification, denn ich finde mein abwrackreifes Ghetto „sexy“

16. August 2009

SPÄTSOMMERBLUES NACHTS IM VIERTEL… Manchmal, ich weiß auch nicht, sticht mich der Hafer, dann tu ich ignoranter, als ich eigentlich bin. Nur so „aus Daffke“, wie der Berliner früher sagte. Auch ich habe schroffe Seiten. Also nenne ich Aphrodite, den Hund der Alk-Fraktion im Erdgeschoß, einen Mops. „Na?“, sage ich beispielsweise sarkastisch zu Elli, der Hausbesorgerin, „watt machsn fürn [...]

Kraskas Bettgeschichten

14. August 2009

Heute mal, was Ihr von mir bestimmt nicht erwartet, eine Bettgeschichte! – Ein Sprichwort, das ich erst spät gelernt habe, das mir indes ungemein einleuchtet, lautet: „Wer mit dem Teufel gemeinsam Suppe essen will, muß einen langen Löffel haben“. Eine Volksweisheit, noch immer anwendbar! Wer zum Beispiel, kann ich mir vorstellen, mit ALDI Geschäfte machen [...]

Löffel treuer als Socken. Was selbst bei IKEA nicht zusammengebaut werden muß

13. August 2009

BESTECK IN DER BEZIEHUNGSKISTE  Da gibt es nichts: Die sattsamst bekannteste Vergnügung der Welt (Sexualität. Ja, genau, gääähn!) ist immer noch der absolute Renner Nr. 1! Weil ich allergisch auf die höhnisch-fiesen Sprayer-Parolen reagiere, die auch bei uns an die Tunnel-Durchgänge geschmiert werden („Keiner liest deinen Blog!“), guck ich aus purer Eitelkeit alle paar Tage [...]

Farewell, Willy!

12. August 2009

„Willy ist der Prototyp eines Rock’n’Roll-Menschen. Seine Stimme ist rau, trocken, aufregend und dreckig, und in ihr schwingt die sinnliche Anmache, die uns Hörer zittern lässt“, schrieb mal ein Musikmagazin, und das gilt für die Musik insgesamt, die wir William Borsey, genannt Willy DeVille, verdanken. Als Rock’n’Roll noch schmuddel war, und nicht kuschel oder Pose, [...]

News from the ghetto. Die Stimme des Volx

12. August 2009

Obschon ich aus beruflichen Gründen oft einen gegenteiligen Eindruck zu erwecken versuche – ich weiß ja auch nicht ALLES! Um Euch mühseliges Telefon-Jokern, Googeln oder Studieren an der Wikipedia-Uni zu ersparen, kläre ich drei Fragen vorab.  Wer war Yoshida Kenkô? Genaues weiß man nicht. Vermutlich war er Offizier der kaiserlichen Leibgarde oder der Palastwache, im [...]

Into the ghetto (Captain Catastrophy’s movin’)

10. August 2009

Wer von euch, meine Freunde, hätte gern ein durch und durch langweiliges Leben? Wohl kaum einer, oder? Wer will denn schon öden Alltagstrott ohne würzende Abwechslung! Aber bitte Vorsicht mit Wünschen! Sie könnten nämlich in Erfüllung gehen, – und dann explodiert völlig unerwartet und aus heiterem Himmel die gesamte Existenz und die alltägliche Normalität fliegt [...]


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