Schwere, dumpfe Nacht (Grüner Veltliner). Geträumt, ich sei am Nachmittag bei Professor Sigmund Freud zum 81. Geburtstag in den Garten eingeladen. Wir saßen in klapprigen Liegestühlen und rauchten gelbe Zigarren. Es gab Blaubeerkuchen und eine Menge unattraktiver älterer Hausfrauen in geblümten Kittelschürzen hasteten mit Kaffeekannen durchs Buschwerk. Wir langweilten uns. Freud schlug nachlässig, aber unentwegt [...]
Archiv für Juni 2009
Aus dem Jenseits: Blaubeerkuchen
28. Juni 2009Marmorkuchen, Kaiserschmarrn: Überleben trotz Ärzten
26. Juni 2009Überall dasselbe: Historischer Hotzenprotz! London, Paris, Madrid, Lissabon, Brüssel, Wien: Im Eurovision Sightseeing Contest punkten Metropolen mit Prunk und Pracht. An jeder Ecke alte Schachteln! Mörderische Marmorkuchen bratzen fett, monströs und milliardenschwer in Parks, an Plätzen, am oberen Ende von Alleen und am Saum der Boulevards und Avenuen: Ungeheuerlichstes Un-Getürm, posamentierte Potentaten-Palastpanzer, Schlossallee-Schlösser. Neureiche Chinesen-Touris [...]
Das Menschsein / Autoreifen / Anenzephale Menschenfrösche
25. Juni 2009Trennungen und Scheidungen mögen das Dasein würzen, sie haben aber den Nachteil, daß man oft nicht nur Sorgeberechtigungen für Kinder, Hunde und Fahrräder, sondern auch bis zu 50% seiner Plattensammlung zurücklassen muß. Hinzu tritt erschwerend die sog. Altersvertrottelung, die nicht, wie der irreführende Name andeutet, „im Alter“ geduldig auf einen wartet, sondern schon mit den [...]
Vierzehn Arten, den Regen zu ertragen
23. Juni 2009EINE METEOROLOGISCHE ELEGIE IN GRAU-MOLL Soundtrack: Hanns Eisler, „Vierzehn Arten, den Regen zu beschreiben“, Kammer-Suite für Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello, Klavier, op. 70, (1941), Arnold Schönberg zum 70. Geburtstag Der Wetterbericht: Über Wien, um Wien herum und an der Wien entlang regnet es seit 49 Stunden ohne Pause, ohne Luft zu schöpfen oder neues [...]
Jour Fixe bei Winterseel (8): Kunstdouble im Blutbusiness
21. Juni 2009KONOPKES JOB für jou Die Nachricht schlug im Salon ein wie eine im Gottesdienst geworfene Wasserbombe: Enver Konopke, unser selbsternannter Paradiesvogel, der einmal einen mehrtägigen Schluckauf bei Altlyriker Anatol Blankenvers ausgelöst hatte, indem und weil er sich selbst als „metaphysisch unbehost“ bezeichnet hatte, Konopke also, der unverbesserliche Schnorrer und durch langjährigen Alkoholmissbrauch stark verwirrte (Konopke: [...]
St. Marxsche Entschwörung
21. Juni 2009Die zweineinhalb Meter der preußisch-blauen MEW-(„Marx-Engels-Werke“)-Bände führen in meiner Bibliothek eher ein Schattendasein. Zur Lösung etwelcher Welträtsel habe ich sie seit langem nicht mehr zurate gezogen; nicht, daß ich inzwischen staatsfromm geworden wäre oder ein glühender Verfechter des Kapitalismus, aber mir stecken die „Kapital“-Seminare der frühen 70er Jahre („Das Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate [...]
Coole Schmierage: Vorsicht Leben!
21. Juni 2009Ohne mich in der inner-österreichischen Politik auszukennen, geh ich mal davon aus, die ÖVP-nahe Initiative „Pro Josefstadt“ wollte sich da im letzten Jahr ein bisserl einschleimen bei den Josefstädter Hausbesitzern. „Wenn wir da ein wenig auf den Putz hauen, gegen Schmutz und Schund wettern und nach Ordnung schreien, wählen die uns vielleicht“, hat sich ein [...]
Durch(h)aus freiwillig
20. Juni 2009Ich bin ein Freund der Freiheit. Das geht bis zur anarchistischen Tendenz. Verbote, Befehle, Anordnungen – so etwas finde ich irgendwie … unhöflich. „Durchgang verboten!“, „Rasen nicht betreten!“, „Nicht auf den Boden spucken!“ – solche barschen, begründungslosen Autoritätsbrocken, die einem von unbekannten, evtl. sogar kafkaesk gestaltlosen Mächten vor die Füße geworfen werden, reizen dazu, umgangen, [...]
Wiener G’schichtn: Adabei
18. Juni 2009Eine Überdosis historisches Wien kann nostalgisch stimmen. Auf der Terrasse, abends, nach einem langen Tag in der Josefstadt, verfolgt die Gattin sinnend den schwerfällig brummelnden Heimflug eines Hirschkäfers und murmelte, nach ausgiebiger Kontemplation, leis und schwärmerisch traumverloren: „Das ist auch so ein liebes Tierchen noch aus dem 19. Jahrhundert … Ich mein, halt so Postkutschenzeit…“ [...]
Wiener G’schichtn (Impertinente Prominenz)
17. Juni 2009WAS UNS TRENNT „Deutsche und Österreicher unterscheiden sich durch die gemeinsame Sprache“ spöttelte einst Karl Kraus, und kaum ist man als Nordnordwestdeutscher in Wien-Schwechat aus dem Flieger gestiegen, merkt man das wieder. Eingeborene Wiener beherrschen die musikalische Kunst, ein unglaublich breites, vokalreiches und gedeeeeehntes Idiom zu sprechen, dies aber in einem Wahnsinnstempo. Daß Deutsche in [...]
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