Archiv für April 2009

Neues Blödwort

30. April 2009

  „INTRIGIERTE DISKRIMANALISIERUNG“: EINE EINLEITUNG Es ist ein neues Blödwort aufgetaucht, daß mir bei jeder Lektüre heftiger zuwinkt, damit ichs endlich mal geißele. (Auf einer blödwort-analogen Verwechslung beruht es übrigens, daß immer mehr Leute von der „Geisel der Menschheit“ reden, wenn sie, ma sagen, das organisierte Verbrechen geiseln wollen. Ich glaube, sie werden durch Grimms [...]

Vegetarische Hunde und resignative Homosexualität

28. April 2009

… DER NEUE TREND ZUR NATÜRLICHKEIT: GOLDEN VEGANER „Alle ham’nen Hund / aber keiner ein’ zum reden“ singt Peter Fox  nicht ohne sozialkritischen Sarkasmus in seiner Berlin-Hymne. Viele werden ihm bitter lächelnd zustimmen. Manche werden aber auch einwenden: „Was soll ick denne mit dem Köter auch groß reden? Der ist doch dumm wie Brot!“ –  [...]

Perverse Universen (2)

27. April 2009

WEITERES VON VAMPIREN IN PERVERSEN PARALLELUNIVERSEN Prinzipiell kann man nie willentlich, sondern immer nur versehentlich und durch Zufall in ein Paralleluniversum geraten. So wie die Frau in dem einen Film da, wo sie bei der Besichtigung einer Filmstadt die Toilette sucht und plötzlich in eine wild-west-mäßige Saloon-Schießerei gerät. Trotzdem, früher war solches Realitätsflackern irgendwie seltener. [...]

Kosmopolitische Vampir-Pornos im Paralleluniversum

25. April 2009

BIZARRES VON NACKTEN DÄNINNEN UND ALGERISCHEN GRUPPENRAUCHERN Was Naturwissenschaften angeht, hab ich nur die Ahnungslosen-Fakultät der Wikipedia-Universität besucht, aber es heißt, seit 1957 gäbe es Quantenmechanik-Experten, die innerhalb „unseres“ Multiversums von einer unbegrenzten Zahl von Paralleluniversen ausgehen. In diesem Zusammenhang belehrt man mich: „In den meisten Universen ist wegen der ungünstigen Werte kein Leben möglich [...]

Vom Verschwinden

23. April 2009

NICHT WISSEN, DASS MAN DUMM UND HÄSSSLICH IST… Ich habe oft protestiert, wurde mal wieder der Gemeinplatz breitgetreten, das Fernsehen verblöde. Der dumme Stolz gewisser hochkultureller Herrenmenschen, die immer erwarten, daß man sofort schamrot in die Knie sinke, sobald sie lautstark verkünden: „ICH!  HABE!  NICHT MAL!  einen Fernseher!“ wollte mir immer als Indiz dafür vorkommen, [...]

Tao des schönen Sterbens

23. April 2009

ES MAG VERSTÄNDICH SEIN, ABER IST ES AUCH … SCHÖN? Heikles Thema heute! Vorab: Ich mag Christoph Schlingensief. Der sympathische Wirrkopf mit dem adrett verwuschelten Schopf und den blanken, lebensvollen Augen, der seine Karriere als Aufnahmeleiter bei der „Lindenstraße“ begann, hatte immer eine so charmante Art, einem auf dem Senkel zu gehen! Auch für den [...]

Einiges über Bilder aus dem „Wachturm“ der „Zeugen Jehovas“

22. April 2009

  „Ist ein rebellisches Kind im Haus?“ – so frug, im kryptischen Zusammenhang mit einem Bild von der Arbeit im Weinberg, dereinst ein Titelblatt des „Wachturms„, der bekannten Erweckungszeitung der „Zeugen Jehovas“. Diese Frage ist schwer zu beantworten. Nach meiner persönlichen Erfahrung sind rebellische Kinder selten „im Haus“, weil, sie sind meistens „feiern“, „übernachten bei [...]

Alles neu! Alles gut?

19. April 2009

 Reinhard Haneld läßt das Neue alt aussehen: ÜBER DEN KULT DER INNOVATION Wer die schlichte Suchwort-Kombi „Jetzt neu“ googelt, bekommt knapp 4 Mio. Seiten geliefert. „Neu“ ist Konsum-Imperativ, aufmerksamkeits-ökonomische Schlüsselqualität und allgemeines Qualitätsversprechen. Neu ist schon mal gut! Betrachtet man Gebiete wie Ökonomie, Politik, Kunst und Kultur, so scheint sich heute Bertolt Brechts lyrische These [...]

Winterseels Jour Fixe (VI): Gefühlsbuddhisten verschmähen allzu Gelecktes

17. April 2009

MÖBELVERBRENNUNGSGESÄNGE IM HASENKOSTÜM Mann, Leute, ich sag euch – letztens beim Oster-Jour Fixe war vielleicht der Teufel los! Es drängte sich regelrecht in Scharen das erkenntnisdurstige Volk in Traurigkeitslehrer Arnold Winterseels Salon: Oster-Marschierer, Oster-Flüchtlinge, Jünger des Auferstandenen, Suchende, Schüchterne und Süchtige, Schweiger und Scharlatane, schräge Vögel und natürlich die üblichen Kaputtniks wie Sufi-Süffel Enver Konopke, [...]

Die Schönheit und Melancholie der Dinge

17. April 2009

Daß ein religiöser Mensch ausnahmsweise auch klug, gesittet, bescheiden, still und fein empfindend sein kann, bewies zum Beispiel der buddhistische Mönch Yoshida Kenkô (jap. 吉田 兼好; * um 1283, † 1350) mit der folgenden elegischen Betrachtung: „Würde man nicht hinschwinden wie der Tau auf dem Adashi-Feld und nicht flüchtig vergehen wie Rauch auf dem Toribe-Berg, [...]


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